Südsudan: SOS-Kinderdorf nach Evakuierung geplündert

In Notunterkunft fehlen Nahrung und Matratzen

14.07.2016 - Nachdem das SOS-Kinderdorf in Juba nach schweren Kämpfen am Montag evakuiert werden musste, sitzen die 130 Kinder sowie 31 SOS-Mitarbeiter noch immer in einer Schule der Vereinten Nationen fest. Das SOS-Kinderdorf wurde nach der Evakuierung komplett geplündert.

SOS-Kinder sind weiterhin provisorisch in einer Schule untergebracht. Es werden dringend Lebensmittel und Matratzen benötigt. Foto: Archiv, Conor Ashleigh

Eine Rückkehr in das Kinderdorf sei momentan unmöglich, erklärte der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Ostafrika, Dereje Wordofa: "Die Lage ist trotz der Waffenruhe weiterhin sehr instabil. Das SOS-Kinderdorf wurde nach der Evakuierung komplett geplündert: Essensvorräte, Kleidung, Betten und weiteres Inventar wurden geraubt. Ebenso wurden die Häuser in der Nachbarschaft unseres Dorfes in Juba geplündert. Die Sicherheit der SOS-Familien ist dort nicht gewährleistet." Alle Kinder und Mitarbeiter blieben unverletzt.

Sicherheit der Kinder hat höchste Priorität

"Allerdings gibt es nicht genügend zu Essen und zu Trinken und auch keine Matratzen. Die Grundbedürfnisse und Sicherheit der Kinder haben deshalb momentan höchste Priorität," sagte Wordofa. Ob und wann die Kinder und SOS-Mitarbeiter in das Kinderdorf zurückkehren könnten, sei unklar. Weitere Optionen werden derzeit geprüft.

Zweite Evakuierung innerhalb von zwei Jahren


So sah es bis vor wenigen Tagen im provisorischen Lehmhütten-Kinderdorf in Juba aus: Eine SOS-Familie sitzt vor ihrem Haus.

Schon im Jahr 2014 waren die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf in Malakal evakuiert worden, als Rebellen das Kinderdorf angegriffen hatten. "Die Mütter und Kinder wurden bedroht, das Kinderdorf geplündert und zerstört. Mitarbeiter und Kinder mussten mitten in der Nacht über den Nil fliehen", berichtet Louay Yassin, Pressersprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit. Mehr über die Hintergründe und die aktuelle Lage im Südsudan berichtet er im Audiointerview: