Kämpfe im Südsudan: SOS-Mitarbeiter angeschossen

Vorbereitungen für Evakuierung des Kinderdorfs in Malakal

15.01.2014 - In der Stadt Malakal im Südsudan toben weiter heftige Gefechte: Angreifende Rebellen versuchen die Provinzmetropole im Norden unter ihre Kontrolle zu bringen. Bei den Kämpfen wurde ein Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer angeschossen.

Die SOS-Kinder in Malakal kamen bisher mit dem Schrecken davon, doch ein SOS-Mitarbeiter wurde jetzt angeschossen - Foto: Conor Ashleigh

Der SOS-Mitarbeiter, ein Jugendleiter, geriet ins Kreuzfeuer, als er sich außerhalb des SOS-Kinderdorfs Malakal befand. Er wurde im Krankenhaus versorgt, inzwischen konnte er wieder entlassen werden.

Zuletzt waren in der Nähe des SOS-Kinderdorfs immer wieder Gefechte aufgelodert. Vor etwa einer Woche hatten Regierungssoldaten auf Rebellen gefeuert, die durchs SOS-Kinderdorf flüchteten. Kinder und Mitarbeiter wurden damals glücklicherweise nicht verletzt.

Zuflucht im UN-Camp

Angesichts der zunehmenden Gewalteskalation beschloss die Dorfleitung zunächst, das SOS-Kinderdorf mit seinen 94 Kindern zu evakuieren.  Möglicher Zufluchtsort ist das UN-Gelände in Malakal, wo nach Angaben der UNO 12.000 Menschen Schutz suchen.

Als gestern (14.1.) in den Morgenstunden erneut Kämpfe ausbrachen, entschied die Dorfleitung jedoch, die geplante Evakuierung zu stoppen. Das Risiko, nach dem Verlassen des Kinderdorfs ins Kreuzfeuer zu geraten, sei zu hoch. Zudem sei die Sicherheit der SOS-Familien auch in dem überfüllten UN-Camp nicht gewährleistet. „Vier Flüchtlinge wurden innerhalb des UN-Camps von Schüssen getroffen, was zeigt, dass der Schutz dort nicht ausreicht“, erklärte Simon Ruai, stellvertretender Leiter des SOS-Kinderdorfs in Malakal.

Auch die SOS-Mütter sprachen sich dafür aus, vorerst im SOS-Kinderdorf zu bleiben. Aufgrund einer Hilfslieferung reichen die Nahrungsmittelvorräte im Kinderdorf Malakal derzeit für zehn Tage. Letzter Ausweg bleibt das überfüllte UN-Camp.

Gewalt zwischen Volksgruppen

Seit Mitte Dezember liefern sich im Südsudan Regierungstruppen und Rebellen schwere Kämpfe. Die Front verläuft zwischen verfeindeten Volksgruppen, Augenzeugen berichten von Gräueltaten. Nach UN-Angaben sind 230.000 Südsudanesen auf der Flucht.
 

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