Süd-Sudan: SOS versorgt hungernde Kinder und Familien

Nach schweren Kämpfen: SOS-Kinderdorf leistet Nachbarschaftshilfe

10.02.2011 - Nach tagelangen Kämpfen schweigen die Waffen in der süd-sudanesischen Stadt Malakal. UN-Friedenstruppen haben die Ordnung wieder hergestellt. Doch nun breitet sich Hunger aus. Das SOS-Kinderdorf Malakal versorgt notleidende Kinder und Familien in seiner Nachbarschaft mit Lebensmitteln. SOS wird die Hilfsgüter von Khartum nach Malakal fliegen lassen.

Malakal, Süd-Sudan
In Malakal, Süd-Sudan, werden die Lebensmittel knapp.
Nord-sudanesische Soldaten und süd-sudanesische Milizen hatten sich in Malakal in den vergangenen Tagen schwere Feuergefechte geliefert. Schätzungsweise 50 Soldaten und elf Zivilisten wurden getötet. Friedenstruppen der UN-Mission in Sudan (UNMIS) gelang es, die Kämpfe durch ihre Präsenz zu beenden. Blauhelm-Soldaten patrouillieren durch die Straßen und gepanzerte UN-Fahrzeuge sichern zentrale Punkte. Die Milizen haben sich zurückgezogen, einige ihrer Kämpfe halten sich jedoch noch in der Umgebung versteckt. Nach wie vor leben die Menschen in Malakal in Furcht vor einem erneuten Aufflammen der Gewalt.

Während der Gefechte suchten im SOS-Kinderdorf Malakal 150 Familien aus der Nachbarschaft Schutz. Sie kehren nun nach und nach in ihre Häuser zurück. Doch viele stehen  vor dem Nichts, da ihre Häuser während der Kämpfe geplündert wurden. Gleichzeitig werden in der Stadt die Lebensmittel knapp. Dringend benötigt werden z.B. Weizen, Linsen und Speiseöl. Das Kinderdorf verfügt zwar noch über Vorräte. Doch um hungernden Kindern und Familien in der Nachbarschaft beizustehen, lässt SOS Hilfsgüter nach Malakal fliegen. Der Lufttransport ist derzeit der einzige sichere Weg.

Auf dem Weg in die Unabhängigkeit: Versorgungslage im Süd-Sudan verschlechtert sich

"Die Versorgung mit Lebensmittel wird ein sehr ernstes Problem für die Menschen hier", sagt Alwock Dok, Leiter des SOS-Kinderdorfs Malakal. "Schon vor den Kämpfen waren Hirse und Gemüse auf den örtlichen Märkten knapp." Angesichts der bevorstehenden Unabhängigkeit des Süd-Sudans hat sich die Versorgungslage verschlechtert. Bereits vor der Volksabstimmung im Januar wurden weniger Lebensmittel aus dem Norden oder Uganda und Kenia in den Süd-Sudan geliefert. Aus Angst vor Unruhen haben nach dem Referendum außerdem viele Nord-Sudanesen Malakal verlassen und ihre Geschäfte geschlossen. "Jetzt, nach den Plünderungen in den vergangenen Tagen, hat sich die Lage in der Stadt noch einmal dramatisch verschärft."