Süd-Sudan: Psychologen betreuen SOS-Kinder nach Evakuierung

25.03.2011 - Die SOS-Familien von Malakal warten auf die Rückkehr in ihr Zuhause: Vor knapp zwei Wochen war das SOS-Kinderdorf im Süd-Sudan gerade noch rechtzeitig evakuiert worden, bevor sich Rebellen und süd-sudanesische Truppen mitten im Dorf ein Feuergefecht lieferten. Seitdem sind die Kinder, Mütter und SOS-Mitarbeiter in einem Hotel von Malakal untergebracht. Während mit Hilfe der UN-Friedenstruppe das SOS-Kinderdorf wieder bewohnbar gemacht wird, arbeiten SOS-Psychologen mit den Kindern an der Bewältigung der traumatischen Erlebnisse.

SOS-Kinder in Malakal
Eine Maltherapie kann Kindern helfen, Traumata aufzuarbeiten. Unser Archiv-Foto zeigt SOS-Kinder in Malakal in friedlicheren Zeiten.
Inzwischen wurden die Rebellen aus der Stadt vertrieben und die Lage in Malakal hat sich wieder entspannt. SOS-Dorfleiter Alwock Dok konnte zusammen mit Blauhelmen der UN-Mission im Sudan (UNMIS) wieder in das evakuierte Kinderdorf zurückkehren. UN-Soldaten sichern das Gelände und suchen Häuser und Grundstück nach zurückgelassenen Waffen, Munition oder Blindgängern ab. Durch die Kämpfe wurden zwei Familienhäuser nahezu zerstört, viele Gebrauchsgegenstände der Familien wurden gestohlen oder sind verbrannt.

Seelische Wunden nach den traumatischen Erlebnissen

Durch die rechtzeitige Evakuierung des SOS-Kinderdorfs konnten alle 103 Kinder unverletzt mit ihren Müttern und SOS-Betreuern in Sicherheit gebracht werden. Dennoch besteht die Sorge, dass die Mädchen und Jungen durch das gewaltsame Eindringen der Rebellen in das Dorf schwer traumatisiert wurden.
"Viele unserer Kinder haben bereits in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen mit Gewalt durchgemacht", sagt Alwock Dok, "wir möchten vermeiden, dass die Erlebnisse der vergangenen Tage ihnen zusätzliches emotionales Leid bescheren und am Ende ernsthafte psychische Schäden verursachen." Deshalb untersuchen SOS-Psychologen die Kinder und leiten Therapien ein.

Lage im Süd-Sudan spitzt sich zu

Unterdessen spitzt sich die Lage im Süd-Sudan weiter zu. Nach der jüngsten Welle der Gewalt brachen die Vertreter des Süd-Sudans die Verhandlungen mit der Regierung in Khartum ab. USA, Großbritannien und Norwegen, die das Friedensabkommen von 2005 überwachen, äußerten sich deshalb in einer gemeinsamen Erklärung vom 16. März tief besorgt. Sie riefen dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die Gespräche zur Sezession des Südens fortzusetzen.

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