Südsudan: Neue Bleibe für SOS-Kinder nach Evakuierung

Nach tagelangen Kämpfen herrscht brüchige Waffenruhe

20.07.2016 - Die Waffenruhe in der südsudanesischen Hauptstadt Juba hält an. Nach der Evakuierung und Plünderung des am Stadtrand gelegenen SOS-Kinderdorfs sind die SOS-Familien in angemietete Häuser gezogen. "Unser SOS-Kinder sind dort geschützt und versorgt", berichtet SOS-Regionalleiter Dereje Wordofa. "Wir tun alles, damit sich die Mädchen und Jungen von den traumatischen Erlebnissen erholen."

SOS-Kinder sind weiterhin provisorisch in einer Schule untergebracht. Es werden dringend Lebensmittel und Matratzen benötigt. Foto: Archiv, Conor Ashleigh

Vergangene Woche tobten in der Hauptstadt Juba schwere Kämpfe. Das SOS-Kinderdorf mit seinen 131 Kindern und Jugendlichen sowie 31 Mitarbeitern musste evakuiert werden. Die SOS-Familien fanden Zuflucht bei der UN und wurden zunächst mit anderen Flüchtlingen in einer Schule einquartiert. Nach der Evakuierung wurde das SOS-Kinderdorf und dessen Nachbarschaft geplündert. Essensvorräte, Kleidung, Betten und weiteres Inventar wurden geraubt.

SOS-Kinderdorf muss instandgesetzt werden

Die Sicherheitslage bleibt angespannt und das geplünderte SOS-Kinderdorf in Juba muss wieder instand gesetzt werden. Wann die SOS-Familien dorthin zurückkehren können, ist ungewiss. Aus diesem Grund wurden nun für SOS-Kinder und Kinderdorf-Mütter Häuser angemietet. "SOS-Kinder und Mitarbeiter sind dort geschützt und sind ausreichend mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt. Wir haben zudem Hilfslieferungen mit Decken, Moskito-Netzen und auch Spielsachen erhalten", sagt SOS-Regionalleiter Dereje Wordofa. "Wir arbeiten daran, dass die SOS-Familien in den Alltag zurückfinden und die Kinder wieder zur Schule gehen können."

Familienzusammenführung: SOS hilft unbegleiteten Kindern


Vor der Evakuierung: Das SOS-Kinderdorf Juba im Südsudan

SOS-Mitarbeiter helfen zudem unbegleiteten Mädchen und Jungen, die im Chaos von ihren Eltern getrennt wurden, um sie wieder mit ihren Familien zu vereinen. Geplant sind zudem die Einrichtung von Not-Kitas und Kinderschutzprogrammen.

Cholera-Warnung

Unterdessen droht im Krisenland Südsudan eine Cholera-Epidemie. Nach jüngsten Meldungen gibt es 72 Verdachtsfälle, die Hälfte davon in Juba. Ein Cholera-Verdachtsfall wird auch für die UN-Basis in der Hauptstadt gemeldet, wo 4000 Menschen Zuflucht gesucht haben.