Swasiland: Drittes SOS-Kinderdorf eröffnet

27.09.2010 - In Swasiland bei Siteki hat ein neues SOS-Kinderdorf seine Pforten geöffnet. Es ist nach den Kinderdörfern Mbabane im Westen und Nhlangano im Süden das dritte SOS-Kinderdorf des Landes und befindet sich im Osten zwischen der Stadt Manzini und der Grenze zu Mozambique.

Kinder im SOS-Kinderdorf Siteki
Im neuen SOS-Kinderdorf Siteki finden 120 Mädchen und Jungen ein liebevolles Zuhause und erfahren dort die Geborgenheit einer Familie
Die Region Lubombo, in der sich das neue Kinderdorf Siteki befindet, entwickelt sich nur sehr langsam. Die in Swasiland grassierende HIV/Aids-Epidemie stürzt unzählige Familien ins Elend und verschärft die soziale Not. Beinahe ein Drittel aller Kinder in Swasiland lebt in extremer Armut.

Ein liebevolles Zuhause für verlassene und elternlose Kinder

Das neue SOS-Kinderdorf Siteki besteht aus 12 Familienhäusern für bis zu 120 verlassene, gefährdete oder vernachlässigte Kinder. Gegenüber den Familienhäusern befinden sich die Einrichtungen für die Nachbarschaftshilfe des Kinderdorfes: ein SOS-Kindergarten für etwa 100 Kinder, ein medizinisches Zentrum sowie ein SOS-Sozialzentrum mit den Büros der SOS-Familienhilfe. Eine bereits bestehende Grundschule wurde erweitert und dabei unterstützt ihre Qualität zu verbessern, damit mehr Kinder sowohl aus dem Kinderdorf als auch aus der Umgebung aufgenommen werden können. Inzwischen können 750 Schüler die Grundschule Siteki besuchen.

Familienhaus im SOS-Kinderdorf Siteki
Die SOS-Kinder wohnen zusammen mit ihren Kinderdorf-Müttern in den insgesamt 12 Familienhäusern des SOS-Kinderdorfs
Das medizinische Zentrum bietet eine medizinische Grundversorgung sowie eine prä- und postnatale Versorgung von Müttern und Säuglingen. Außerdem wird durch Kurse, Aktionen und Infomaterial gesundheitliche Aufklärung betrieben. Bis zu 2000 Patienten werden pro Jahr im medizinischen Zentrum des SOS-Kinderdorfs Siteki behandelt.

Nachbarschaftshilfe für von HIV/Aids betroffene Familien

Die Arbeit des SOS Sozialzentrums und der Familienhilfe konzentriert sich vor allem auf Familien und Kinder, die von HIV/Aids betroffen sind. Unterstützung erhalten Kinder, deren Eltern im Endstadium von Aids sind, sowie Kinder in so genannten Geschwisterfamilien (das älteste Kind muss die Rolle des Familienernährers übernehmen) oder Kinder, die bei ihren Großeltern leben.

Das Programm zur Familienhilfe soll in den ersten vier Jahren schrittweise ausgebaut werden. Ziel ist es, insgesamt 800 Kinder zu betreuen.

Insgesamt kommen die sozialen Hilfsprogramme der SOS-Kinderdörfer in Swasiland mehr als 12.000 Kindern und Erwachsenen zugute.