Syrien: „Nicht mehr wegsehen!“

Zum 4. Jahrestag des syrischen Bürgerkriegs am 15. März

12.03.2015 - Die SOS-Kinderdörfer weltweit fordern zum 4. Jahrestag des Ausbruchs des syrischen Bürgerkriegs am 15. März: „Die größte humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg muss beendet werden."

Millionen Kinder in Syrien haben ihr Zuhause verloren, haben fast nichts zu essen und keinen Zugang zu sauberem Wasser. Foto: Adel Samara
Auch vier Jahre nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs (15. März 2011) ist kein Ende des Mordens abzusehen. Über 220.000 Menschen, darunter tausende Kinder wurden bisher getötet. „Allein innerhalb Syriens sind 7,6 Millionen Menschen auf der Flucht vor den Kämpfen, rund die Hälfte davon sind Kinder“, erklärt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit. „Viele von ihnen konnten nur das retten, was sie am Leib tragen.“ SOS leistet in Syrien für hunderttausende Menschen Nothilfe.
Die SOS-Kinderdörfer weltweit fordern Politik und Menschen in Deutschland auf, nicht mehr wegzusehen. „In Deutschland diskutiert man die Flüchtlingszahlen und die Taten des IS“, sagte Yassin. „Derweil findet in Syrien die größte humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg statt. Die Politik der gesamten Staatengemeinschaft ist aufgefordert, sich hier einzubringen und stärker auf ein Ende des Krieg hinzuwirken“.

Die Lage für die Syrer ist entsetzlich

Über zwölf Millionen Menschen in Syrien sind auf Hilfslieferungen angewiesen, 5,6 Millionen davon Kinder. „Diese Zahl hat sich seit rund einem Jahr um fast ein Drittel erhöht“, sagt Yassin. In ganz Syrien wurden bislang 1,2 Millionen Häuser beschädigt oder zerstört. „Die Lage für mehr als die Hälfte aller Syrer ist entsetzlich“, sagt Yassin. „11,6 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. 9,8 Millionen Kinder und Erwachsene haben nicht genug zu essen.“

Forderung: Schutzzonen für Kinder


Die Lage für die Kinder in Syrien ist entsetzlich - deshalb fordern die SOS-Kinderdörfer weltweit Kinderschutzzonen. Foto: SOS-Archiv

Die gesamte kommende Generation ist gefährdet. „Mehr als eine Million syrische Kinder können nicht in die Schule gehen. Viele schon seit sehr langer Zeit“, prangert der SOS-Pressesprecher an. Man warnt schon seit zwei Jahren bei der syrischen Jugend von einer „verlorenen Generation“, die ohne Bildung später keinerlei Zukunft hat. Erneut fordern die SOS-Kinderdörfer weltweit Schutzzonen für Kinder und die Möglichkeit, dass alle syrischen Kinder Schulen besuchen können, sowohl in Syrien als auch in den Zufluchtsländern. „Die Weltgemeinschaft muss alles unternehmen, damit sich die Lage der Kinder in Syrien nicht noch weiter verschlechtert“, fordert Yassin.

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