Syrien: Nothilfe-KITA für Flüchtlingskinder

21.01.2014 - Singen, malen, spielen – einfach Kind sein und wieder Halt finden: In der neueröffneten Nothilfe-Kindertagesstätte der SOS-Kinderdörfer in Damaskus werden Flüchtlingskinder betreut. Traumatisierte Mädchen und Jungen finden dort auch psychologischen Beistand.

Malen kann den Kindern helfen, ihre Gefühle und Ängste auszudrücken: Kinder mit SOS-Nothilfe-Koordinatorin Rasha Muhrez.

Knapp zwei Millionen Kinder sind in Syrien auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg. Sie erleben, wie ihre Heimatorte zerstört werden, sehen Tote und Sterbende, verlieren Eltern oder Geschwister. Ihre Familien haben kein Zuhause mehr und hausen nun in überfüllten Notquartieren. Die meisten Flüchtlingskinder in den Massenunterkünften gehen nicht oder nur unregelmäßig zur Schule: weil der Schulweg gefährlich ist oder aus Furcht vor Ausgrenzung und Mobbing an den Schulen. Kinder und Eltern leiden unter der allgegenwärtigen Hoffnungslosigkeit in den Massenquartieren.

Spieleaktivitäten und psychologische Betreuung

In der Nothilfe-Kindertagesstätte in Damaskus werden Mädchen und Jungen aus den Flüchtlingsunterkünften betreut und psychologisch begleitet. Rund 120 Mädchen und Jungen besuchen die Kita täglich.

Ein Freiwilligenteam aus 30 pädagogischen Mitarbeitern und Helfern kümmert sich um die Kinder an sechs Tagen pro Woche. Die freiwilligen Mitarbeiter wurden besonders geschult und auf die Betreuung traumatisierter Kinder vorbereitet. Für Mädchen und Jungen mit besonders schweren Traumata ist ein Psychologe da, der in der Kita Vollzeit arbeitet.

Das Betreuerteam bietet den Kindern ein vielfältiges Programm:

  • Vorlesestunden und Geschichten erzählen
  • Malen
  • Theater spielen und Puppentheater
  • Sport und Bewegungsspiele, wie z.B. Ballspiele oder Seilhüpfen
  • Singen, Tanzen, Musizieren

Die Aktivitäten helfen den Flüchtlingskindern, in den Alltag zurückzufinden und ihre Gefühle und Ängste auszudrücken. Ein Elternworkshop rundet das Angebot ab. Väter und Mütter werden am Familientag miteinbezogen und können sich beraten lassen, wie sie mit den Traumata ihrer Kinder umgehen.

SOS-Kinder teilen ihre Spielsachen mit Flüchtlingskindern

Bei der Ausstattung der Nothilfe-Kita halfen die Mädchen und Jungen aus dem SOS-Kinderdorf Damaskus: Sie wählten aus ihren Spielsachen und Kinderbüchern Geschenke aus, die sie den Flüchtlingskindern bei der Eröffnungsfeier der Kita überreichten.

SOS verstärkt Winterhilfe


Syrische SOS-Mitarbeiter verteilen Wintersachen an Flüchtlingskinder.

Unterdessen läuft die Winternothilfe der SOS-Kinderdörfer weiter auf Hochtouren, um Flüchtlingsfamilien bei Temperaturen um den Gefrierpunkt beizustehen: In Damaskus und Umgebung wurden bereits 3.500 Familien erreicht: insgesamt 17.500 Kinder, Jugendliche und Eltern. Sie erhielten Hilfsgüter wie Kindermäntel und Decken. In der zentralsyrischen Stadt Adra in Zentralsyrien wurden 1000 Lebensmittelpakete an Familien verteilt. In der Küstenregion hat die SOS-Winterhilfe bislang 2700 Familien mit insgesamt 13.500 Personen mit Hilfsgütern versorgt.
Die SOS-Kinderdörfer planen, ihre Winterhilfe weiter zu verstärken: So sollen in der Region von Damaskus weitere 4500 Familien, insgesamt rund 22.500 Menschen, mit Hilfsgütern versorgt werden.

Syrien: Spenden Sie jetzt!

Jede Spende hilft: Unterstützen Sie die Nothilfe der SOS-Kinderdörfer in Syrien. Bitte helfen Sie Kindern auf der Flucht mit einer Spende!

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