Der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Ruanda ist tot

Alfred Munyentwari starb an den Folgen einer Malaria-Erkrankung

17.05.2016 - Am Abend des 16. Mai ist der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Ruanda, Alfred Munyentwari, gestorben. Unerwartete Komplikationen im Zuge einer Malaria-Behandlung im kenianischen Nairobi führten zum Tod des 61-Jährigen.

Alfred Munyentwari, Direktor SOS-Kinderdörfer Ruanda - Foto: Till Müllenmeister

Damit verlieren die SOS-Kinderdörfer einen langjährigen und außergewöhnlichen Mitarbeiter: Alfred Munyentwari war seit über 20 Jahren als nationaler Leiter in Ruanda tätig und damit maßgeblich daran beteiligt, Kindern nach dem Völkermord 1994 wieder Hoffnung sowie die Möglichkeit zu einem Neuanfang zu geben.

SOS-Kinderdörfer trauern um einen geschätzten Kollegen

Er kümmerte sich rührend, geduldig und verantwortungsvoll um die traumatisierten Waisen, die durch den Genozid ihre Eltern verloren hatten und setze sich für die Gleichstellung aller Menschen in Ruanda ein: "Kinder sind Kinder. Es ist nicht wichtig, ob sie Hutu oder Tutsi sind", war Munyentwaris Verständnis, das er an die SOS-Kinder sowie Familien im Umfeld der Kinderdörfer weitergab.


Alfred Munyentwari (rechts) wurde 2014 von SOS-Präsident Siddhartha Kaul für seine Verdienste geehrt. - Foto: Anne Kahura

Kollegen schätzten Munyentwaris als warmherzigen, großzügigen und humorvollen Menschen: "Ich fühle mich geehrt, dass ich Alfred Munyentwari kennenlernen durfte, und kann seine Hingabe und Leidenschaft für seine Arbeit bei SOS gar nicht genug würdigen“, wertschätzt Dereje Wordofa, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Ost- und Südafrika, Munyentwaris Leistungen und drückt im Namen aller SOS-Mitarbeiter sein herzliches Beileid für Munyentwaris Familie und Freunde aus.