Trauer und Entsetzen im SOS-Kinderdorf Mogadischu

02.09.2008 - Zwei schwere Zwischenfälle sorgen im SOS-Kinderdorf Mogadischu für Trauer und Betroffenheit: Eine SOS-Mutter wurde in Somalias Hauptstadt durch ein Geschoss schwer verletzt. Wenige Tage zuvor war ein junger Mann, der im Kinderdorf aufgewachsen ist, bei einem Überfall ermordet worden.

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Am Sonntag (31.8.) brachen im Medina-Viertel von Mogadischu, in dem einige der aus dem SOS-Kinderdorf evakuierten Familien vorübergehend wohnen, schwere Kämpfe aus.

Fahamu, eine der SOS-Mütter, wollte ihre Kinder in Sicherheit bringen, als sie von einem Geschoss getroffen wurde. Aufgrund der Kämpfe dauerte es eine Viertelstunde, bevor man sie in das Krankenhaus des Internationalen Roten Kreuzes (ICRC) bringen konnte, wo sie operiert wurde. Mittlerweile ist sie bei Bewusstsein und außer Lebensgefahr. Das Medina-Krankenhaus des ICRC liegt im Süden von Mogadischu.

Die SOS-Familien wurden Ende des vergangenen Jahres aus dem SOS-Kinderdorf (direkt gegenüber der SOS-Klinik) in andere Stadtteile von Mogadischu evakuiert, nachdem bei Raketeneinschlägen eine Familienhelferin getötet worden war.

Bei einem weiteren, besonders tragischen Zwischenfall wurde Alas, ein junger Mann (26), der im SOS-Kinderdorf aufgewachsen war und in der SOS-Klinik als Gärtner gearbeitet hatte, brutal ermordet. Die Tat ereignete sich am Donnerstag (28.8.) in Afgoye, 22 Kilometer außerhalb von Mogadischu. Der junge Mann war auf dem Weg in eine Außenstelle der SOS-Klinik und wurde überfallen. Als er sich zur Wehr setzte, traf ihn ein Schuss in den Hals, an dem er kurze Zeit später in der SOS-Klinik starb.