Trotz Ebola: Bestnoten für SOS-Schüler

SOS-Schule in Sierra Leone wird beste Schule Westafrikas

26.01.2016 - Während der Ebola-Epidemie waren die Schulen in Sierra Leone für neun Monate geschlossen – eine lange Zeit für die 1,8 Millionen Kinder im Land. Doch all den Widrigkeiten zum Trotz schnitt die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Freetown als beste Schule Westafrikas ab. 39 SOS-Schüler und -Schülerinnen hatten sich im Juni 2015 den Prüfungen des "West African Senior School Certificate" gestellt – und zu 100 Prozent bestanden.
Schüler der SOS-Schule in Sierra Leone
Tamba (Mitte) schnitt mit den besten Ergebnissen seiner Schule ab. Das feierten er und seine Mitschüler ausgiebig.

"Ich bin so aufgeregt! Ich konnte nicht mal meine Tränen zurückhalten, so unmöglich schien das alles." Der 19-jährige Tamba Joshua Yarjah hat die besten Noten unter seinen Schulkameraden erreicht. Auch der Rest der Schule verfiel in Euphorie, als am 19. Januar 2016 die Ergebnisse bekannt gegeben wurden.

Der Lehrplan in der Krise

"Wir hatten schon Monate vor dem Ebola-Ausbruch begonnen, die Schüler auf die Prüfungen vorzubereiten. Als dann die Schulen geschlossen wurden, entmutigte uns das zunächst ein wenig", so Thomas Allie, Direktor der Schule. Er und seine Lehrerkollegen ließen nichts unversucht, um die Kinder weiter im Stoff voranzubringen. Sie verschickten Lehrpläne und richteten regelmäßige Lernzirkel ein.

Laut Allie sei das exzellente Abschneiden der Schule den gemeinsamen Anstrengungen der Schüler und Lehrer zu verdanken. "Egal wie die äußeren Umstände sind, die Kinder müssen Zugang zu guter Bildung haben – das ist ihr Recht."

Neue Ebola-Fälle in Sierra Leone

Am 14. Januar 2016 hatte die WHO das Ende der Epidemie in Sierra Leone ausgerufen. Nur einen Tag später wurde jedoch ein neuer Ebola-Fall bekannt. Mittlerweile ist klar, dass sich ein 38-jähriger Bekannter der Patientin ebenfalls angesteckt hat.

Die SOS-Kinderdörfer in Sierra Leone reagierten sofort mit strengeren Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. So wird regelmäßig die Temperatur aller Kinder und Angestellten gemessen. Avril Renner, Controller bei SOS in Sierra Leone, zeigte sich bestürzt, aber wachsam: "Nach dem Auftauchen der neuen Infektionen dürfen wir keine Risiken eingehen. Ich werde sicherstellen, dass alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden."