Tsunami: SOS-Kinderdörfer helfen traumatisierten Kindern

11.01.2005 - Die Kinder in den Tsunami-Katastrophengebieten haben Tod und Zerstörung direkt mit den eigenen Augen erlebt. Die SOS-Kinderdörfer besitzen jahrelange Erfahrung in der Betreuung traumatisierter Kinder aus Krisengebieten.

Nach der Flut: Kinder in den Tsunami-Gebieten brauchen Hilfe!

Viele Kinder waren von ihren Familien getrennt und wussten nicht, ob sie diese jemals wieder sehen würden. Viele mussten mit ansehen, wie die Flut ihr Elternhaus mit sich riss. Viele haben Eltern, Geschwister, Verwandte oder Freunde verloren.

Oftmals bewirken solch traumatische Erlebnisse bei Kindern eine Schockreaktion. Das Erlebte gräbt sich tief in das Gedächtnis der Kinder ein. Langfristig besteht die Gefahr, dass Kinder mit schweren Traumaerlebnissen Angstzustände, Verlustängste, Depressionen und Schlafstörungen haben. Es ist deshalb wichtig, dass die Kinder, die während der Flutkatastrophe so viel Leid erfahren haben, so schnell wie möglich umfangreiche und nachhaltige psychologische Betreuung erhalten.

Die SOS-Kinderdörfer besitzen jahrelange Erfahrung in der Betreuung traumatisierter Kinder aus Krisengebieten. Sie setzen modernste klinische und wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden ein, um die betroffenen Kinder zu therapieren: Experten sind sich einig, dass traumatisierten Kindern geholfen werden kann, wenn man sie mit jenen Situationen konfrontiert, die ihre emotionalen Reaktionen ausgelöst haben und sie dazu ermutigt, ihre Gedanken und Gefühle über die in ihrer Erinnerung verankerten Erfahrungen auszudrücken.
Genauso wichtig ist es aber auch, dem Kind "Pausen" zu gönnen, es nicht ständig über das Erlebte reden zu lassen, ihm Zeit zu geben, zu "vergessen" und ganz einfach nur Kind zu sein. Das bedeutet, ihm ein kleines Stück "Normalität" in einem geschützten und sicheren Umfeld zu geben. Daraus kann das Kind viel Kraft für die weitere Aufarbeitung ziehen.