Ukraine: Rückkehr nach Lugansk ungewiss

SOS Kinderdörfer bauen Familien- und Nothilfe aus

12.11.2014 - Trotz der vereinbarten Waffenruhe im Abkommen von Minsk rollen immer neue Panzer in das Krisengebiet im Osten der Ukraine. Während SOS die Familien- und Nothilfe in und um Lugansk ausbaut, ist ein Teil der evakuierten SOS-Familien nach Kiew gezogen.

Die Kinder aus Lugansk leiden unter der Situation - die Rückkehr in ihre Heimat ist ungewiss. Foto: SOS Archives

Wegen der heftigen Kämpfe in Lugansk haben im Sommer zwei Drittel der 600.000 Einwohner die Stadt verlassen. Um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten, haben auch die SOS-Kinderdörfer ihre Familien evakuiert. Aufgrund der vereinbarten Waffenruhe sind inzwischen viele Menschen nach Lugansk zurückgekommen. Auch die SOS-Familien sehnen sich nach einer Rückkehr in die Heimat. Doch trotz des Abkommens von Minsk rollen immer neue Panzer ins Krisengebiet. Momentan ist die Lage zu unsicher: "Wir können nur von Tag zu Tag planen, das Risiko ist groß", sagt Lyudmila, Leiterin des SOS-Kinderdorfs in Lugansk.

Tragisch: SOS-Vater stirbt an Herzinfarkt

In einer der SOS-Familien aus Lugansk hat das Schicksal besonders hart zugeschlagen: Der 60-jährige Vater ist im Oktober an einem Herzinfarkt gestorben. "Wir sind sehr traurig über diesen plötzlichen Verlust und unterstützen die betroffene Familie in dieser schwierigen Situation. Wir haben ihnen angeboten, in die Nähe von Kiew zu ziehen - doch sie wollen lieber daheim bleiben", erzählt Lyudmila. Drei andere Lugansker SOS-Familien haben das Angebot angenommen und sind in die ukrainische Hauptstadt gezogen, werden dort psychologisch betreut und fühlen sich sicher.

Ausbau der SOS-Familienhilfe in Lugansk geplant


So glücklich waren die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf in Lugansk vor ihrer Flucht. Sie würden gerne in ihre vertraute Umgebung zurückkehren - doch die politische Lage macht das derzeit unmöglich. Foto: SOS Archives
Anders sieht es im Bereich der SOS-Familienhilfe aus. Die Situation der zurückgekehrten Menschen in Lugansk ist schwierig, sie brauchen dringend Hilfe. "Die Lage ist instabil. Viele Geschäfte haben nach wie vor geschlossen. Wir wissen von immer mehr verzweifelten Familien mit Kindern, die dringend unsere Unterstützung brauchen. Sie haben kein Geld, sie brauchen Medizin, Schulsachen und vor allem Kleidung. Langsam wird es kälter, die Kinder frieren und werden krank", erzählt Lyudmila. "Wir werden versuchen zu helfen, auch wenn wir ein gewisses Risiko eingehen müssen." Vor Ausbruch des Bürgerkriegs unterstützte die SOS-Familienhilfe in Lugansk insgesamt 153 Familien mit 317 Kindern. Über die Hälfte davon hatte die Stadt wegen des Kriegs verlassen - um die anderen hatte sich SOS weiterhin gekümmert.

Starobilsk: Unterstützung für 100 Familien

Starobilsk, im Norden von Lugansk, dagegen gilt derzeit als sichere Region. Deshalb haben die SOS-Kinderdörfer dort bereits vor einigen Wochen mit der Nothilfe begonnen. Viele Menschen haben sich dorthin gerettet, stehen aber vor dem Nichts. "Sie haben weder Arbeit noch Geld. Ihnen fehlen warme Jacken, Schuhe und Medikamente für die Kinder. Außerdem brauchen viele Hilfe dabei, staatliche Unterstützung zu beantragen und ihre Ausweisdokumente neu ausstellen zu lassen", berichtet Marina G., die die Nothilfe für Familien in Starobilsk koordiniert. In den ersten vier Wochen konnten sie und ihr Team bereits 100 Familien mit 149 Kindern unterstützen. Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei auch die Betreuung der Kinder, die Raum und Zeit zum Lernen und Spielen und psychologischen Beistand brauchen.
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