Elfenbeinküste: SOS-Einrichtungen bleiben wegen Gewalt geschlossen

Derzeit besteht jedoch keine direkte Bedrohung für SOS-Kinderdörfer

18.01.2011 - Seit Wochen steht die Elfenbeinküste am Rande eines erneuten Bürgerkriegs. Wegen der Gewalt müssen in Abobo-Gare mehrere Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer geschlossen bleiben: SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, SOS-Krankenstation und SOS-Familienhilfe haben ihre Arbeit vorübergehend eingestellt. "Im Moment besteht jedoch keine direkte Bedrohung für unsere Projekte in Abobo-Gare, Aboisso und Yamoussoukro", teilt Paul Gbato, SOS-Direktor in der Elfenbeinküste, mit.


Wegen der Unruhen derzeit geschlossen: Die SOS-Grundschule in Abobo-Gare - Foto: SOS-Archiv
Von 2002 bis 2007 herrschte in dem westafrikanischen Staat Bürgerkrieg. Die Wahlen im November 2010 sollten das zerrissene Land eigentlich einen. Stattdessen führten sie zu einem blutigen Machtkampf und ließen ethnische Spannungen wieder aufflammen. Besonders im Westen der Elfenbeinküste flohen in den vergangenen Wochen tausende Menschen vor der Gewalt. Derzeit versucht der kenianische Premierminister Raila Odinga zwischen den Kontrahenten Laurent Gbagbo und Alassane Ouattara, die beide den Wahlsieg beanspruchen, zu vermitteln.

Lage in Abobo bleibt kritisch

SOS-Direktor Paul Gbato berichtet von anhaltender Gewalt vor allem in den Städten im Westen und Südwesten des Landes, aber auch in Abobo, wo es ein SOS-Kinderdorf mit Zusatzeinrichtungen gibt. "Aufgrund von Ausschreitungen müssen Schulen und Krankenhäuser immer wieder schließen", so Gbato. "Man kann sich auf den Straßen nicht frei bewegen, vor allem in Abobo, wo die Situation ziemlich kritisch ist. Außerdem ist es schwierig Lebensmittel zu beschaffen, weil die Marktpreise deutlich gestiegen sind."

Die SOS-Kinderdörfer sind in der Elfenbeinküste seit 1971 aktiv

In der Elfenbeinküste gibt es derzeit zwei Kinderdörfer, zwei Kindergärten, zwei Jugendeinrichtungen, zwei Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei Sozialzentren und ein Medizinisches Zentrum. In Yamoussoukro soll demnächst das dritte SOS-Kinderdorf des Landes entstehen. Das SOS-Kinderdorf in Abobo-Gare ist übrigens das älteste auf dem afrikanischen Kontinent: SOS ist bereits seit 1971 in der Republik Côte d’Ivoire aktiv.