Unruhen in Kirgisistan: SOS-Kinderdörfer sind sicher

08.04.2010 - Nach blutigen Auseinandersetzungen mit Dutzenden Toten in Kirgisistan am Mittwoch (07.04.2010) ist die Lage in den SOS-Kinderdörfern und den weiteren SOS-Einrichtungen ruhig. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt und einzelne Einrichtungen vorübergehend geschlossen.

SOS-Kinderdorf in Bishkek, Kirgisistan
Das SOS-Kinderdorf in Bischkek bei seiner Eröffnung im Jahr 1999.
Am gestrigen Mittwoch hatten mehrere Hundert Demonstranten das Parlament und das Regierungsgebäude des zentralasiatischen Staats gestürmt. Nach Angaben der Behörden wurden dabei mindestens 68 Menschen getötet und über 520 Menschen verletzt. Inzwischen musste der kirgisische Präsident Bakijew außer Landes fliehen.

SOS-Kinder sind sicher

Die Kinder und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfes in Bischkek sind unterdessen sicher. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden durch zusätzliches Personal verstärkt. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule und der SOS-Kindergarten in Bischkek bleiben weiter geschlossen, da die Situation auf den Straßen instabil und gefährlich ist. Unsere Kollegen in Bischkek haben berichtet, dass zahlreiche Plünderungen auf Märkten und in Einkaufszentren stattfinden.
 
Die Situation im SOS-Kinderdorf Cholpon-Ata ist derzeit stabil. Auch in Cholpon-Ata wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

*** Update vom 09.04.10 ***

Alle Kinder und Mitarbeiter in den SOS-Einrichtungen in Bischkek und Cholpon-Ata sind sicher. Aufgrund der instabilen Situation sind alle vorbeugenden und zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen weiterhin in Kraft. Gulnaz Sairova, Direktorin der SOS-Kinderdörfer in Kirgisistan, hofft, dass sich die Situation bis zum Montag beruhigt haben wird und dass sich das öffentliche Leben mehr oder weniger wieder normalisiert haben wird.

Während der letzten Nacht begann die Situation in Bischkek zu eskalieren. Viele Plünderer aus verschiedenen Regionen Kirgisistans versuchten die großen Geschäfte der Stadt sowie Einkaufszentren und Banken zu plündern. Inzwischen scheinen die Armee, die Polizei und selbstorganisierte Gruppen von Freiwilligen die Situation beruhigen zu können und unter Kontrolle zu haben. Nach den Angaben der SOS-Mitarbeiter in Kirgisistan werden die meisten Banken und Geschäfte bis Montag geschlossen bleiben. Für den heutigen Freitag ist in Kirgisistan ein nationaler Trauertag für die Opfer der blutigen Proteste ausgerufen worden.

Hintergrund: SOS-Kinderdörfer in Kirgisistan

Die SOS-Kinderdörfer sind seit 1996 im seit 1991 von der Sowjetunion unabhängigen Kirgisistan aktiv. Es gibt dort derzeit zwei SOS-Kinderdörfer mit jeweils einem Kindergarten sowie eine SOS-Jugendeinrichtung, zwei Projekte der SOS-Familienhilfe und eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule.

Über die weitere Entwicklung der Lage in Kirgisistan werden wir Sie an dieser Stelle informieren.