Weltbildungstag

Millionen von Kindern haben keinen Zugang zu Bildung. SOS setzt sich verstärkt für Bildung ein.

31.08.2016 - Noch immer gehen weltweit rund 60 Millionen Kinder nicht in die Grundschule. Die UN will mit dem Weltbildungstag (8. September) auf diese Zahl und die schlechten Bildungschancen in vielen Ländern auf dieser Welt aufmerksam machen. Im Interview erklärt Petra Horn, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit, wie die Bildungschancen in Deutschland und in ärmeren Ländern stehen.

 


Eine gute Schulbildung ist der Schlüssel für die Zukunft. Weltweit gibt es derzeit 184 SOS-Schulen. Über 90.000 Mädchen und Jungen besuchen dort den Unterricht.

Frau Horn, wie sieht es in Sachen Bildung in Deutschland aus? Ist Deutschland, was Bildung angeht, auf einem richtigen und guten Weg?

Der Trend ist auf jeden Fall positiv aus meiner Sicht. Der Bildungsstand der Bevölkerung hat sich deutlich verbessert. Es gibt weniger Menschen ohne Schulabschluss. Von 2006 bis 2014 ist die Prozentzahl von Menschen ohne Schulabschluss von acht Prozent auf fünf Prozent gesunken. Es wird mehr für Bildung ausgegeben. Wir haben außerdem einen schönen Trend, dass immer mehr Schulabschlüsse getätigt werden.

Ist denn in Deutschland in Bezug auf die Bildung alles in Ordnung?

Jedes 7. Kind lebt in Deutschland von Hartz IV und die Armut in Deutschland nimmt zu. Von daher ist aus meiner Sicht nicht alles in Ordnung, wie es sich an der reinen Schulbildung darstellt. Kinder haben einen schweren Start, bei so einer Ausgangssituation in ihr Leben einzusteigen.


Die Bildungschancen für Kinder in Syrien haben sich seit Beginn des Bürgerkriegs dramatisch verschlechtert. SOS hat in den vergangenen Jahren über 25.000 Schulsets an die Kinder verteilt. Ein kleiner Anfang..

 

Die SOS-Kinderdörfer sind auf der ganzen Welt mit Kinderdörfern, Familienzentren und anderen Einrichtungen tätig. Wie sieht es denn in anderen Regionen in Bezug auf Bildung aus?

Weltweit können eine Dreiviertelmilliarde Menschen nicht Lesen und Schreiben. 263 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Besonders betroffen sind Mädchen. Am Schwierigsten ist es in Afrika in der Subsaharazone, die ganz stark betroffen ist. Gefolgt von Westasien.  

 

Wie könnte es denn besser werden? Würde mehr Geld die meisten Probleme beseitigen? 

Also Geld ist sicherlich ein wichtiger Bestandteil. Es geht aber nicht nur um Geld. Damit sich Kinder entfalten können, brauchen sie eine liebevolle Umgebung und ein stabiles Umfeld, um sich entwickeln zu können. Die SOS-Kinderdörfer weltweit sind in 134 Ländern aktiv. Wir engagieren uns ganz stark für das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung. Denn Bildung ist der Schritt aus der Armut zu einer Perspektive.


Frau Horn, ich bedanke mich für das Gespräch.