Zentralafrika: 3000 Flüchtlinge in SOS-Schule

UN-Mitarbeiter warnen vor humanitärer Mega-Krise

16.01.2014 - Nach fast einem Jahr Bürgerkrieg bleibt die Lage der Menschen in der Zentralafrikanischen Republik verzweifelt. In der SOS-Schule in Bangui ist die Zahl der Flüchtlinge auf 3000 Menschen angestiegen.
Zentralafrika: Flüchtlinge im SOS-Kinderdorf Bangui - Foto: Till Müllenmeister
Flüchtlinge im SOS-Kinderdorf Banui - Foto: Till Müllenmeister

Am vergangenen Freitag (10.1.) trat der muslimische Staatschef und frühere Rebellenführer Michel Djotodia auf Druck der Nachbarstaaten zurück. Nach der blutigen Gewalteskalation  zwischen Christen und Muslimen hat sich daraufhin die Lage in der Hauptstadt entspannt. Polizisten  patrouillieren wieder in den Straßen.  Dennoch kommt es weiter zu Übergriffen, die Menschen leben nach wie vor in Furcht. UN-Mitarbeiter warnen vor einer "Mega-Krise". Insgesamt eine Million Menschen, so die Vereinten Nationen, sind vor Gewalt und Terror geflohen - knapp die Hälfte davon sind Kinder. Die Flüchtlinge sind dringend auf Hilfe angewiesen.

Schutz für Flüchtlinge

Die SOS-Kinderdörfer in der Zentralafrikanischen Republik  leisten humanitäre Hilfe: In der SOS-Schule sowie im Kindergarten des Kinderdorfs in Bangui haben 3000 Menschen Zuflucht gefunden. Die Flüchtlinge werden mit Unterstützung von UN-Hilfslieferungen mit Nahrungsmitteln versorgt.

Medizinische Hilfe

Das medizinische SOS-Zentrum in Bangui ist nach wie vor in Betrieb und arbeitet mit der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zusammen. Täglich bilden sich vor dem Zentrum lange Schlangen. Auch das Medizinische SOS-Zentrum in Bouar, wo sich das zweite SOS-Kinderdorf des Landes befindet,  bleibt geöffnet, um Kinder und Familien zu versorgen. "Medizinische Hilfe hat derzeit Priorität", sagt Marcel Koyadouma, Leiter der SOS-Kinderdörfer in der Zentralafrikanischen Republik.

SOS-Kinder und Mitarbeiter blieben verschont


Flüchtlinge campieren auf der Straße - Foto: Till Müllenmeister

Im April 2013 war das SOS-Kinderdorf in Bangui geplündert worden. Seitdem schützen Soldaten der multinationalen Einsatzkräften (FOMAC) das Dorf. Sowohl in Bangui als auch in Bouar waren Kinder und Mitarbeiter keinen weiteren Übergriffen ausgesetzt.

"Die Mütter versuchen ihr Bestes, um den Kindern einen normalen Alltag zu ermöglichen - aber die Kinder sehen trotzdem, was draußen vorgeht", sagte der deutsche Fotojournalist Till Müllenmeister  nach einem Besuch des SOS-Kinderdorfs Bangui Anfang Januar. Bei seinem Aufenthalt in der Hauptstadt erlebte er, wie die Gewalt eskalierte. Menschen griffen sich mit Macheten an, Granaten wurden auf Fahrzeuge geworfen, in einem Hotel schlug eine Rakete ein.

Bürgerkrieg in Zentralafrika

Nach dem Putsch des Rebellenführers  Djotodia im März 2013 versank die Zentralafrikanische Republik im Chaos. Muslimische und christliche Milizen lieferten sich blutige Kämpfe. In den vergangenen Wochen herrschte in der Hauptstadt Bangui Anarchie und Chaos. Allein seit Dezember starben nach Schätzungen mehr als 1000 Menschen, Augenzeugen berichten von entsetzlichen Grausamkeiten. Weder den Truppen der Afrikanischen Union noch der Französischen Militärmission gelang es für Ruhe zu sorgen.

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