65 Jahre SOS-Kinderdörfer

Vom ersten SOS-Kinderdorf in Imst zur weltweiten Entwicklungsorganisation - eine filmische Zeitreise zum 65. Jubiläum am 25. April

Am 25. April 1949 gründete ein Kreis junger engagierter Frauen und Männer um den Medizinstudenten Hermann Gmeiner in Innsbruck die "Societas Socialis". Es war die Geburtsstunde der SOS-Kinderdörfer, die heute in über 130 Ländern der Welt tätig sind und fast zwei Millionen Kinder und Erwachsene unterstützen. Sehen Sie sich unsere Doku zum 65. Geburtstag der SOS-Kinderdörfer an - gehen Sie auf eine filmische Zeitreise von den Anfängen bis heute!

 

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Bauarbeiten im ersten SOS-Kinderdorf in Imst 1950
 
Die Idee entstand im Tirol der Nachkriegsjahre. Die vielen Kriegswaisen erschütterten den Bergbauernsohn und Medizinstudenten Hermann Gmeiner.

 

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Er hatte selbst als 6-Jähriger den Tod seiner Mutter miterleben müssen und war als Halbwaise aufgewachsen. Es kann, so dachte sich Gmeiner, doch nicht angehen, dass all die Kinder in Waisenhäusern landen. "Kinder brauchen Familie" war sein Credo.

 

Hermann Gmeiner engagierte sich neben dem Studium immer stärker in der Jugendarbeit. Er wurde Leiter der Dekanatsjugend Innsbruck und lernte das große Elend vieler Kriegswaisen intensiv kennen.

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Hermann Gmeiner mit Kinderdorf-Mutter und -Kind in Imst. Fotos: SOS-Archiv
 
Leidenschaftlich diskutierten Gmeiner und seine Mitstreiter über Möglichkeiten, etwas Konkretes dagegen zu tun. Am 25. April 1949 fand die Gründungsversammlung des Vereines "Societas Socialis" in Innsbruck statt. Die Gründungsmitglieder wollten der drohenden Gefahr, die in der Schutzlosigkeit vieler Kinder liegt, nicht mit Worten, sondern mit Taten entgegentreten. Diese Haltung war Gmeiner stets wichtig: So wurde sein "Reds nit, tuats was!" zum Motor und Erfolgsgeheimnis der Arbeit der SOS-Kinderdörfer in den folgenden Jahren und Jahrzehnten.

 

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In den nächsten Wochen und Monaten entwickelten Gmeiner und sein Team aus den ursprünglich breit angelegten Zielen der Societas Socialis die konkrete Idee für das erste SOS-Kinderdorf. Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Imst war die einzige von zehn Gemeinden, die auf ein Schreiben von SOS reagierte und ein Grundstück für den Bau eines SOS-Kinderdorfes günstig zur Verfügung stellte.

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Für den Start hatte Gmeiner persönlich ganze 600 Schilling zur Realisierung seiner Idee. Die eigentliche Basis stellte Mitstreiterin Maria Hofer mit dem Erlös eines Grundstückes in Igls (ca. 50.000 Schilling) zur Verfügung. Damit konnte Gmeiner das Grundstück kaufen und erste Spendenaufrufe und Werbeaktivitäten finanzieren. Da er von der öffentlichen Hand keine Mittel erhielt, wandte sich Gmeiner direkt an die Bevölkerung mit der Bitte um eine Spende von einem Schilling im Monat.


Einzug ins erste Familienhaus („Haus Frieden“) in Imst 1951

Mit seiner charismatischen Persönlichkeit und der Fähigkeit, Menschen zu begeistern, war Gmeiner sehr erfolgreich. Binnen kurzer Zeit erhielt er die nötigen Mittel für den Bau des ersten SOS-Kinderdorfes. Am 2. Dezember 1949 fand das Richtfest für das erste Familienhaus statt: Das Haus "Frieden".

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Noch am selben Tag wurde der Spatenstich für den Bau von vier weiteren Häusern gefeiert. Am 28. Mai 1950 wurde die Societas Socialis bei der Generalversammlung in den Verein SOS-Kinderdorf übergeführt. 1951 konnten die ersten 40 Kriegswaisen aufgenommen werden. Das erste Kinderdorf in Deutschland wurde 1956 in Dießen am Ammersee gebaut. 1963 entstanden erste Kinderdörfer in Asien und Lateinamerika.

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Heute, 65 Jahre später, spannen die SOS-Kinderdörfer ein humanitäres Netzwerk um die ganze Welt. SOS-Kinderdörfer und SOS-Einrichtungen wie Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Schulen, Ausbildungs- und Sozialzentren, medizinische Zentren, Nothilfeprogramme existieren auf vier Kontinenten in insgesamt 133 Ländern – von A wie Albanien bis V wie Vietnam. Derzeit gibt es weltweit 545 Kinderdörfer, 602 Jugendbetreuungsprogramme, 222 SOS-Kindergärten, 624 SOS-Sozialzentren und Programme für Familienhilfe, 74 medizinische Zentren und  16 SOS-Nothilfeprogramme sowie 182 Hermann-Gmeiner-Schulen und 100 SOS-Berufsausbildungszentren.

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Gmeiner starb 65-jährig am 26. April 1986. Rund ein Jahr zuvor hatte er die Führung der SOS-Kinderdörfer in die Hände von Helmut Kutin gelegt, der selbst ein SOS-Kind aus dem ersten SOS-Kinderdorf in Imst war.

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Kutin intensivierte die internationale Ausrichtung der SOS-Kinderdörfer. In seiner Zeit als Präsident wurden auch die Sozialzentren und die damit verbundene Hilfe für extrem arme Familien ausgebaut. Sinn dieser Programme ist es, Familien zu unterstützen bevor sie durch die Armut zerbrechen und Kinder so im Kinderdorf aufgenommen werden müssen. Bei der Familienhilfe geht es darum, durch Mikrokredite, Aus- und Fortbildungen, Familienpläne und vieles mehr Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Die SOS-Familienhilfe konzentriert sich vor allem auf die Arbeit in den Slums dieser Welt und leistet so einen wichtigen Beitrag zu koordinierter Entwicklungshilfe und dem wirtschaftlichen Aufschwung ganzer Kommunen.

Unterstützung bei Schulgeld und Ausbildung: So begleitet die SOS-Familienhilfe Kinder und ihre Eltern in eine bessere Zukunft.
Unterstützung beim Schulgeld, Mikrokredite und Fortbildungen: So begleitet die SOS-Familienhilfe arme Kinder und ihre Eltern in eine bessere Zukunft.

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2014 betreut die private, kirchlich und politisch unabhängige Hilfsorganisation in den Kinderdörfern und Jugendeinrichtungen rund 80.000 Kinder. Rund 6000 SOS-Kinderdorf-Mütter kümmern sich weltweit um die Kinder und Heranwachsenden - eine davon ist Alexandra Feiel, SOS-Kinderdorf-Mutter im österreichischen Seekirchen:

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Über 22.000 Kinder gehen weltweit in die Kindergärten der Organisation. Die Hermann-Gmeiner-Schulen besuchen über 100.000 Kinder und Jugendliche, die Ausbildungszentren gut 20.000 junge Menschen. In den SOS-Sozialzentren und der angegliederten Familienhilfe werden über 90.000 Familien unterstützt. Hinzu kommen viele hunderttausende Kinder und Erwachsene, die in den medizinischen Zentren behandelt und im Rahmen der Nothilfeprogramme in Syrien, auf den Philippinen und weiteren 14 Ländern versorgt werden. Insgesamt unterstützt die Organisation derzeit bis zu zwei Millionen Kinder und Erwachsene durch Hilfe in unterschiedlicher Ausprägung: Von der medizinischen oder humanitären Einmalhilfe bis über Mikrokredite und Aus- und Fortbildungen bis hin zur jahrzehntelangen Betreuung von Kindern bis ins Erwachsenenalter.

Im Jahr 2012 wird Siddhartha Kaul der Nachfolger von Helmut Kutin. Sein Ziel, und das von SOS: bis Ende des Jahrzehnts einer Million Kinder ein familiäres Zuhause zu bieten. Die SOS-Kinderdörfer weltweit gehen mit der Zeit gehen und stellen sich immer wieder neuen Herausforderungen.

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