Bosnien: Gegen Hass und Intoleranz

Der SOS-Superbus auf Versöhnungskurs

Vor mehr als 20 Jahren hat der Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien die Stadt Mostar zerstört und geteilt. Bis heute ist diese Teilung spürbar. Die Mitarbeiter des "SOS-Superbus" in Bosnien-Herzegowina helfen Kindern spielerisch dabei, Vorurteile zu überwinden und ein neues Miteinander zu entwickeln.

Hinweis für Familien: In diesem Film sind kurze Szenen mit Originalaufnahmen der Kämpfe von 1993 zu sehen.

Kindheit in einer geteilten Stadt

Am 8. November 1993, nach 9 Stunden Dauerbeschuss, fällt die Brücke von Mostar. Die sogenannte Perle Herzegowinas ist zerstört, das multiethnische Miteinander, das hier gelebt wurde - ausgelöscht. Seither ist der Alltag in Mostar geteilt. Die Ethnien sind streng getrennt, es gibt auch nach über 20 Jahren keine Gemeinsamkeiten. Besonders die Kinder sind betroffen, sie wachsen in einem Klima der Ablehnung und Intoleranz auf. Denn auch die Schulen sind getrennt. Auf der einen Seite gibt es die Schule für die muslimischen bosnischen Kinder, auf der anderen Seite der Stadt ist die Schule der christlichen kroatischen Kinder.


Die Spielaktionen bieten Jugendlichen die Möglichkeit, Themen zu diskutieren und neue Erfahrungen zu machen.

Gemeinsam spielen - für Kinder in Mostar ist das leider keine Selbstverständlichkeit.

Umso wichtiger ist die Arbeit der Pädagogen des Superbus, gefördert von den SOS-Kinderdörfern weltweit. Sie wollen den Kindern zeigen, wie sie zusammen spielen können, egal welcher Ethnie, welcher Religion sie angehören. Die oberste Regel heißt: jeder darf mitspielen!

Lichtblicke für Kinder

Es sind vorallem arme Gegenden und Brennpunkte, an denen der Superbus Halt macht, dort, wo das Leben für viele Kinder belastend und schwierig ist. Das Superbus-Team verhilft ihnen zu ihrem Recht auf Spiel. Manche Kinder freuen sich schon aufs nächste Mal, wenn endlich wieder die Bälle, Farben, Jonglierteller und Brettspiele ausgepackt werden.

SOS-Kinderdorf Sarajevo

Auch im SOS-Kinderdorf in Sarajevo wird Völkerverständigung aktiv gelebt und den Kindern vermittelt. Dort wachsen muslimische und serbische Kinder gemeinsam auf, Mädchen und Jungen kroatischer Herkunft werden zusammen mit Roma-Kindern groß. Sie alle bilden eine friedliche Gemeinschaft.