Liberia: Neuanfang nach Ebola

Kinderdorf und Schule öffnen wieder ihre Pforten

Eine Neugeborene im SOS-Kinderdorf in Monrovia: Sie wurde im Krankenhaus abgegeben und nun liegt sie in den Armen der SOS-Mutter Martha. Für sie ist das Baby ein Zeichen des Neuanfangs. Die Kleine ist die erste neue Bewohnerin seit einem Jahr, nachdem wegen der Bedrohung durch Ebola das komplette SOS-Kinderdorf unter Quarantäne gestellt wurde.


Rückblende: Im Sommer 2014 war die Ebola-Epidemie in Monrovia völlig außer Kontrolle geraten. In den Straßen lagen Tote, das ohnehin schwache Gesundheitssystem in Liberia kollabierte. In der SOS-Klinik in Monrovia arbeiteten die Angestellten Tag und Nacht, um die Menschen zu retten. Selbst als sich eine der Krankenschwestern ansteckte, weigerte sich das Personal die Klinik zu schließen.

Ebola-Seuche und Bürgerkrieg

Die Ebola-Epidemie in Liberia suchte eines der ärmsten Länder der Welt heim, das von einem blutigen Bürgerkrieg gezeichnet ist. Der grausame Konflikt wütete von 1989 bis 2003 und fordert etwa 250.000 Opfer. Die Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfs brachten damals alle Energie auf, um ihre Schützlinge zu behüten – mit Erfolg. SOS leistete während des Kriegs zudem Nothilfe und nahm tausende Flüchtlinge im Kinderdorf auf. Dies hinterließ Spuren an der Bausubstanz im Dorf. Alles war brüchig und es regnete an vielen Stellen rein. Auch in der Schule gab es zu wenig Platz und teilweise nicht einmal Fenster.
Vor drei Jahren konnte dann endlich die längst überfällige Renovierung des Kinderdorfs beginnen. Die Menschen schöpften neue Hoffnung. Kurz vor der Fertigstellung des Geländes jedoch brach das tödliche Ebola-Virus aus und alles musste gestoppt werden.

Kinderdorf und Schule in Monrovia sind renoviert

Mittlerweile konnte die Seuche in Liberia unter Kontrolle gebracht werden. Das SOS-Kinderdorf und die Hermann-Gmeiner Schule öffneten wieder ihre Pforten und die Renovierungsarbeiten wurden abgeschlossen. Zehn Familienhäuser und vier Klassenräume konnten mit Hilfe der Spenden der Niedersachsenaktion erneuert werden: Die Initiative von Franz Rosen sammelt seit 1977 Spenden für die SOS-Kinderdörfer. Zur Eröffnung gab es jetzt eine große Parade und die Kinder der Hermann Gmeiner Schule zeigten, was sie gelernt haben. Endlich konnten alle wieder unbeschwert feiern.

Das renovierte SOS-Kinderdorf Monrovia ist damit gerüstet, um neue Kinder aufzunehmen - denn Ebola hat in Liberia viele Waisen alleine zurückgelassen.