Ein neues Leben

Ehemalige SOS-Kinder erinnern sich: Interviews zum Anhören

Eine behütete Kindheit, ein schönes Zuhause und rosige Zukunftsaussichten - davon können viele Kinder leider nur träumen. Millionen Kinder auf der ganzen Welt haben keine Eltern, die sich um sie kümmern, kein Essen und kein Dach über dem Kopf. Seit vielen Jahrzehnten nehmen sich die SOS-Kinderdörfer weltweit dieser Kinder an, lindern die Not und geben ihnen ein neues Zuhause und eine bessere Zukunft. Ehemalige SOS-Kinder aus aller Welt erzählen von ihrer Zeit im SOS-Kinderdorf und wie ihr Leben heute aussieht:

"Erst im Kinderdorf fühlte ich mich aufgehoben"


 

Nach der Geburt wurde sie von ihrer Mutter im Krankenhaus zurückgelassen. Mit zwei Jahren fand sie im SOS-Kinderdorf in Österreich ein neues Zuhause. "Ich habe mich erst im Kinderdorf richtig aufgehoben gefühlt", sagt Dr. Andrea Bitschnau-Friedl. Heute lebt die Ärztin mit ihrem Mann und ihren Kindern im österreichischen Seekirchen.

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"Meine einzige Chance"


 

Baburam Bhat war sieben Jahre alt, als er nach dem Tod seiner Eltern im SOS-Kinderdorf in Nepal eine neue Familie fand. "Ich habe mich nie einsam gefühlt. Wenn ich nicht ins Kinderdorf gekommen wäre, hätte ich keine Chance gehabt", sagt Baburam Bhat. Heute studiert er an der Universität Karlsruhe.

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"Ein warmes Herz"


 

Gisela Held und ihre drei Geschwister wurden 1960 in einem SOS-Kinderdorf aufgenommen. Dort war auch SOS-Gründer Hermann Gmeiner öfters zu Besuch: "Für mich ist er ein ganz besonderer Mensch. Er hatte viel Güte und ein warmes Herz." Heute lebt die selbstständige Friseur-Meisterin in München und hat eine 20-jährige Tochter.

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"Keine Angst mehr"


 

Als sie von einer Pflegefamilie ins SOS-Kinderdorf in Panama kam, begann ihre zweite Kindheit. "Ich hatte keine Angst mehr, war nicht mehr eingesperrt, konnte spielen", erinnert sich Zoraida Dreesbach. Heute lebt sie bei Bonn, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Beruflich hat sie sich ihren Traum erfüllt: sie ist Sommelier, also Weinexpertin.

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"Das ist meine Familie"


 

Eveline Erlsbacher hatte schlimme familiäre Gewalt erleiden müssen, bevor sie im Kinderdorf Geborgenheit erlebte. Heute wohnt sie in Innsbruck und ist Mutter dreier Söhne. Beruflich ist sie den SOS-Kinderdörfern treu geblieben - sie arbeitet dort in der Verwaltung. "Das ist meine Familie, meine Heimat", sagt Eveline Erlsbacher.

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"Ich habe wieder gelernt zu lachen"


 

Dr. Josef Gallardo ist im SOS-Kinderdorf in Honduras aufgewachsen. Heute lebt der ehemals vernachlässigte Junge in Österreich. Er ist Kinderarzt und selbst Vater von vier Kindern. Über seine Zeit im SOS-Kinderdorf sagt er: "Wir haben etwas von unserer Kindheit zurückbekommen. Ich habe wieder gelernt zu lachen und Vertrauen zu fassen."

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