"Der Weg" - Mateos Lied des Lebens

Seine Sprache ist die Musik: Ein SOS-Jugendlicher aus Kolumbien

"Wir gehen den Weg gemeinsam, ich habe das große Los gezogen. Du hast mein Herz erobert. Du bist alles für mich - meine liebliche Frühlingblume. Wenn Du genauso fühlst wie ich, dann lass uns für immer zusammen bleiben…!"

Mateo mit seiner Band „Penca e Fique“

So lauten die Anfangszeilen von Mateos* ersten eigenen Lied, mit dem Titel "Der Weg".  Er schrieb es bereits als Teenager im SOS-Kinderdorf. Es erzählt von der ersten Liebe, von Begegnungen, von Ungewissheit und Eroberung, genau wie sein Leben. Mateo war noch ein kleines Kind, als nach dem tragischen Tod seines Vaters die Familie auseinanderbrach. Im Alter von neun Jahren kam er zusammen mit seinen beiden Schwestern in das SOS-Kinderdorf Bucaramanga-Floridablanca in Kolumbien. "Es fiel mir anfangs schwer mich anzupassen, doch meine SOS-Mutter und die übrigen SOS-Geschwister waren sehr liebevoll und freundlich und bald fühlte ich mich zu Hause", erinnert er sich. Damals war die Musik für ihn nur ein Hobby und Zuflucht in die kurze, glückliche Zeit mit seinen Eltern.

Er wollte Industriemaschinen-Designer werden, doch er merkte bald, dass seine ganze Leidenschaft der Musik gehört. Heute ist er 23 Jahre alt und studiert Musik an der Universität Industrial de Santander. Er teilt sich ein kleines Apartment mit seinen beiden Schwestern und musiziert, wann immer er nicht gerade studiert. Er ist Mitglied einer folkloristischen Gesangs­gruppe und Direktor einer Musikgruppe namens "Penca e Fique", die schon auf einigen internationalen Festivals in Chile und Mexiko aufgetreten ist. "All diese Erfahrungen und Aktivitäten haben mir meinen Weg gezeigt und mich befähigt, immer weiter an dem zu arbeiten, was mich am meisten ausfüllt und mich zu einem glücklichen Menschen macht - die Musik. Ich durfte mich ausprobieren und wurde stets von meiner SOS-Familie und meinen Geschwistern bestärkt und unterstützt. "Im Kinderdorf hatte ich immer die Freiheit zu wählen und die Sicherheit aufgefangen zu werden. Heute weiß ich, dass das Komponieren meine größte Freude und Motivation ist – ich bin auf dem richtigen Weg!"

* Name geändert