"Alle meine Kinder sind etwas ganz Besonderes"

Eine SOS-Kinderdorf-Mutter in Südafrika stellt ihre SOS-Familie vor

Wenn Grace* von "meinen Kindern" spricht, dann schwingt in ihrer Stimme Zärtlichkeit und Stolz mit. "Jedes meiner Kinder ist etwas ganz Besonderes", sagt sie und lächelt. Sie ist SOS-Mutter im Kinderdorf Umtata und zieht acht Kinder im Alter von vier bis 19 Jahren groß. "Ich liebe sie - und wie jede Mutter mache ich mir natürlich auch um sie Sorgen."
 
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"Ich liebe jedes meiner Kinder von ganzem Herzen": Eine südafrikanische Kinderdorf-Mutter mit ihren SOS-Kindern
Es ist Nachmittag und wir sind im Haus von Grace' SOS-Familie zu Besuch. In der Küche stehen die drei "Großen", die Grace gerade beim Abwasch helfen. "Das sind Sinde, Deon und Allie", stellt Grace die Teenager vor. "Sinde kann großartig traditionelle Tänze tanzen. Sie tritt regelmäßig mit ihrer Tanzgruppe auf. Deon ist sehr geschickt mit seinen Händen und arbeitet gerne mit Holz. Außerdem ist er sehr sportlich und gut im Fußball und in Leichtathletik. Meine Allie ist ein Sonnenschein, stets freundlich, sehr hilfsbereit und ich kann mich immer auf sie verlassen."

 

Nebenan, im Wohnzimmer, deutet Grace auf vier Kinder im Grundschulalter, die am Tisch sitzen und Hausaufgaben machen: "Das sind Zolani, Paul, Sipho und Sara. Sie sind alle gesund, gut in der Schule und wirklich liebe Kinder." Zu den Kindern sagt sie: "Vergesst nicht das Obst zu essen, das ich euch auf den Tisch gestellt habe - wenn ihr das aufgegessen habt und mit den Hausaufgaben fertig seid, könnt ihr rausgehen zum Spielen."

Sara muss Medikamente nehmen

Dann tritt Grace vor die Tür und in ihre Stimme mischt sich nun ein besorgter Unterton. "Sara ist HIV positiv und muss regelmäßig Medikamente nehmen - ich achte natürlich sehr darauf, dass sie das auch tut. Ihr geht es aber gut, nur manchmal klagt sie über Magenschmerzen, ansonsten ist sie sehr gesund." Nach einer kurzen Pause fährt Grace fort. "Wegen ihrer Therapie ist es ganz besonders wichtig, dass Sara sehr viel Obst und Gemüse isst. Und weil alle meine Kinder das gleiche zu essen bekommen, ernähren wir uns sehr gesund. Die Kinder wissen auch nicht, dass Sara HIV positiv ist - sie wächst bei uns auf, wie jedes andere Kind auch."

Grace geht wieder ins Haus, um nach Thabele, ihrer Jüngsten, zu sehen. Vorsichtig öffnet sie eine Zimmertür einen Spalt und wirft einen Blick ins Halbdunkel: "Thabele macht noch ihren Mittagsschlaf", flüstert sie und schließt wieder leise die Tür. "Sie ist gerade vier geworden. Sie kam zu uns im vergangenen Jahr. Damals war sie sehr ängstlich, klein und dünn und konnte kaum sprechen. Inzwischen redet sie wie ein Wasserfall, sie tobt mit den anderen Kindern herum und lacht viel."

Dass sie alle ihre SOS-Kinder gleich behandelt, ist für Grace selbstverständlich. "Kinder können nur dann zu selbstbewussten und verantwortungsvollen Menschen heranwachen, wenn sie sich geliebt und geborgen fühlen", sagt die Kinderdorf-Mutter. "Und ich liebe meine Kinder - jedes von ganzem Herzen."

* Alle Namen zum Schutz der Privatsphäre der Kinder geändert

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