Kambodscha: Kinder können wieder lächeln

Ein Journalist auf Weltreise berichtet über die SOS-Kinderdörfer in Kambodscha - Reportage von Axel Halbhuber

Die Weltöffentlichkeit schaute dieser Tage wieder einmal Richtung Kambodscha: "Duch" - ehemaliger Leiter der Foltern und Morde an über 12.000 Menschen - wurde als erstes Führungsmitglied der Roten Khmer zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Ja, Kambodscha hat einiges mitgemacht: Kolonial-Dasein, Bürgerkrieg und das Schreckensregime der Roten Khmer, einem grausamen Superlativ. Die Folgen dieser Geschichte waren Hunger, Krankheiten und Armut. Die Opfer vor allem Kinder. Aber Kambodscha beginnt seit zehn Jahren wieder zu blühen. Und auch Kinder können wieder lächeln, nicht zuletzt dank Organisationen wie den SOS-Kinderdörfern.

 

Axel Halbhuber im SOS-Kinderdorf in Kambodscha
Reisender Reporter: Axel Halbhuber im SOS-Kinderdorf in Kambodscha

Eine Geschichte wird innerhalb der SOS-Familie Kambodschas gerne erzählt: Als vor knapp fünf Jahren das Dorf in Battambang eröffnet wurde, stand Präsident Helmut Kutin auf dem Podest und sprach seine Worte. Das Publikum war, wie immer bei SOS-Feiern in Kambodscha, prominent gespickt. Kutins Blick fiel auf Premierminister Hun Sen und sagte: "Ich sehe hinter unserem Dorf ein Grundstück mit einer alten Kaserne drauf. Wenn wir das von der Regierung auch noch zur Verfügung gestellt bekommen, bauen wir dort eine Schule." Kambodscha ist eine junge Demokratie und bei solchen Ansagen passieren hier besondere Momente. Der Premierminister drehte sich zu seinen Mitarbeitern, beriet sich kurz. Und eröffnete seine anschließende Rede mit dem Versprechen, besagtes Grundstück raschest zu räumen.

Das ist mehr als eine gute Anekdote: Seit September 2009 sitzen in der neu errichteten SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule Battambang Kinder in den Klassen, für die Bildung vor wenigen Jahren ein weit entfernter Luxus war. Im Herbst 2010 wird dann die Sekundarschule eröffnet.

Das Vertrauen zu der SOS-Kinderdorf-Familie kommt hier in Kambodscha nicht nur von der Regierung, sondern auch von der Bevölkerung. Das Vertrauen der Menschen ist immens wichtig in dem Land, das so lange von Gewalt und Krieg dominiert wurde. Und für SOS-Kinderdorf bedeutet es einen Auftrag. Umso bemerkenswerter ist, dass sich SOS in diesem Land, in dem heute rund 2500 Hilfsorganisationen vertreten sind, in den zehn Jahren Tätigkeit einen besonderen Stellenwert erarbeitet hat.

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