Skaterfieber in Palästina

Das SOS-Kinderdorf Bethlehem wird Treffpunkt der Skateboardszene

Die Kinder des SOS-Kinderdorfs Bethlehem sind nicht mehr zu bändigen. Im Dorf ist das Skateboardfieber ausgebrochen. Denn seit Kurzem gibt es hier einen Skatepark und jeder - ob klein ob groß, Mädchen oder Junge- versucht sich auf Skateboards zu bewegen. Sogar eine Kinderdorfmutter wagt sich aufs Brett.


Stacheldraht und Mauern, patrouillierende Soldaten – so sieht der Alltag für Kinder in Palästina aus. Spielen, Toben, Lachen ist für diese Kinder eine Seltenheit. Seit 1968 ist SOS in Palästina aktiv, um notleidenden Kindern und Familien wieder eine Perspektive zu geben. In zwei SOS-Kinderdörfern werden elternlose und verlassene Kinder unterstützt. Ziel ist es, denn Kindern eine möglichst unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen.Absolutes Highlight ist für diese Kinder deshalb der neugebaute Skatepark im Dorf. Und so fieberten alle der Eröffnung entgegen.

Die Initiative "Skate-Aid“ - angeführt von Skateboardlegende Titus Dittmann- hat den Aufbau organisiert. Und auch die Kinder waren fleißig am Bauen und Bemalen ihres Parks, zusammen mit Skateboardprofis, die ehrenamtlich und in monatelanger Arbeit den Skatepark gestemmt haben.
Ohne Rania Al-Khatib wäre hier nichts ins Rollen gekommen: Sie hat die Gelder dafür gesammelt und „Skate-Aid“ mit der Organisation der SOS-Kinderdörfer weltweit in Bethlehem zusammengebracht. Die gebürtige Oberbayerin lebt in Bonn, arbeitet seit Jahren für das Logistikunternehmen DHL.
Rania hat besonders die Mädchen im Blick: „…die Mädels, das ist der Wahnsinn. Die waren vor ein paar Wochen noch total verängstigt, und die Jungs haben hier alles eingenommen. Und jetzt zeigt sich eigentlich das wahre Palästinensertum, da sind nämlich die Mädels die Stärkeren. Die werden sich da auch durchsetzen, da bin ich mir sicher.“

Nach nur vier Monaten Bauzeit haben Titus Dittmann und Mohammed Saladeh, der Nationale Direktor der SOS-Kinderdörfer in Palästina, den Skatepark offiziell eröffnet.

Die Profi-Skateboarder helfen den SOS-Kindern anfangs z.B. beim Zusammenbauen der Skateboards. Die SOS-Kinder sollen von Anfang spüren, dass sie selbst für den Skatepark auch Verantwortung übernehmen müssen. Ihr Skatepark soll ein Treffpunkt sein, auch für Kinder und Jugendliche von außerhalb.

Gewalt und Elend in Palästina

Armut und Gewalt prägen das Leben der Kinder in Palästina, zu denen das Westjordanland und der Gaza-Streifen gehören. Besonders dramatisch ist die Lage im dicht besiedelten Gaza-Streifen, der als Armenhaus am Mittelmeer gilt. Die israelische Blockade, der innerpalästinensische Konflikt zwischen Hamas und Fatah und der 22-tägige Krieg 2008/09 haben das Elend immer weiter verschärft. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder, die etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachen.
Derzeit bestehen in Palästina folgende SOS-Einrichtungen: zwei SOS-Kinderdörfer in Bethlehem und Rafah, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, ein mobiles psychosoziales und medizinisches Zentrum, fünf psycho-soziale Nothilfestationen, drei Sozialzentren und ein Medizinisches Zentrum.

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