Vestine aus Byumba in Ruanda schöpft neuen Lebensmut

Vestine, die im Kinderdorf Byumba in Ruanda lebte, wird den Tag nie vergessen, an dem ihre Eltern ermordet wurden. Vestine war damals sechs Jahre alt und ihre Schwester Claudine noch nicht ganz zwei. Vestine ist heute 23, hat letztes Jahr ihren Bachelor in Wirtschaft gemacht und ist nun auf der Suche nach einem Beruf.
SOS-Jugendliche in Ruanda
SOS-Jugendliche in Ruanda

Ihr fällt es schwer über den Genozid zu sprechen. Ihre Stimme wird ganz leise, als sie erzählt, dass ihre Eltern getötet wurden. Vestine hat gesehen, wie ihrer Mutter die Kehle aufgeschnitten wurde und ihrer kleinen Schwester mit einer Machete quer über die Nase geschnitten wurde. Ihre Stimme wird noch leiser, sie starrt auf den Betonboden und hat Tränen in den Augen. Nicht nur ihr Trauma lassen Vestine den Genozid nicht vergessen, auch physisch wurde sie schwer verletzt. Ihre linke Hand wurde mit einer Machete abgehackt.

Als die beiden Mädchen in einem Flüchtlingslager angekommen sind, brachten SOS-Mitarbeiter die Mädchen zum SOS-Kinderdorf und ihrer SOS-Mutter Providence. Das war vor 16 Jahren. Vestine kommt ihre Mutter häufig besuchen, dann reden sie viel und lachen. Auch die Kinder, die momentan bei Providence leben, sind wie Geschwister für Vestine. Im Wohnraum ihres alten Zuhauses ist ihre Stimme gar nicht mehr leise. Sie lacht über ihre kleinen Geschwister und man spürt, wie wohl sie sich hier fühlt.

Aus: “Wie man einen Genozid überlebt - die SOS-Kinder aus Ruanda“ von Matthias Thoelen, Isabell Wüst, Gewinner des SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerbs 2011.

 

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