Vietnamkrieg: 40 Jahre danach

Zeitzeuge Helmut Kutin erzählt von Flucht und Neuanfang

Vor 40 Jahren, 1975, endete der Vietnamkrieg. Helmut Kutin baute die SOS-Kinderdörfer im Land noch während des Konflikts auf – und musste dann fliehen. In unserer Doku erzählt er von seinen dramatischen Erlebnissen und vom Neuanfang der SOS-Arbeit in Vietnam nach 1987.


Unzählige Tote, sechs Millionen Flüchtlinge, eine Million Waisenkinder. So die grausame Bilanz nach über 20 Jahren Krieg in Vietnam. Von 1954 bis 1975 wütet die Auseinandersetzung zwischen dem kommunistischen Nordvietnam und dem von den USA unterstützten Südvietnam. Der lange Krieg hinterlässt tiefe Spuren im Land.

Die SOS-Kinderdörfer begannen ihr Engagement in Vietnam Ende der sechziger Jahre während des Krieges. Nach ihrem Sieg schloss die kommunistische Regierung dann alle SOS-Einrichtungen im Land. Erst 1987 - nach jahrelangen Verhandlungen – konnten die SOS-Kinderdörfer ihre Arbeit fortsetzen.

Helmut Kutin, heute SOS-Ehrenpräsident, hat die Kinderdörfer während des Krieges mit aufgebaut, war Kinderdorf-Leiter und musste nach dem Krieg das Land fluchtartig und unter Lebensgefahr verlassen. Seiner Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass die Arbeit von SOS in Vietnam weitergeführt und ausgebaut werden konnte – heute gibt es 16 Kinderdörfer, mehrere Schulen, Kindergärten und Sozialeinrichtungen in Vietnam.

Vietnam heute: ein Land im Umbruch

Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich Vietnam in einem tiefgreifenden Umbruch, von der Plan- in die Marktwirtschaft. Dabei sank die Armutsrate drastisch. Gleichzeitig verschärfte sich aber die Kluft zwischen Arm und Reich. Große Teile der ländlichen Bevölkerung leben unter oder nur knapp über der Armutsgrenze. Viele Familien mit Kindern sind auf Hilfe angewiesen. Mit Programmen der Familienhilfe tritt SOS auf den Plan, um diese Familien vor dem Zerbrechen zu bewahren. Rund 1300 Familien werden unterstützt, erhalten finanzielle Hilfe für Kleidung, Essen, Schulgeld aber auch Beratung der Eltern bei Ernährung, Erziehung, Familienplanung.

SOS-Arbeit in Vietnam

Über 2000 Kinder und Jugendliche leben in den 16 SOS-Kinderdörfern in Vietnam und rund 10.4000 Schüler besuchen die Hermann-Gmeiner-Schulen. Alle der insgesamt elf Schulen bieten sowohl Unterricht für Grundschüler als auch weiterführende Klassen an. SOS begleitet die Kinder auch auf ihrem Weg in die Selbständigkeit. In Berufsbildungszentren werden die Jugendlichen auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.