Hoffnung trotz HIV: Hühner helfen Cassandra

SOS stärkt Familien in Mosambik

Trotz zehntausend HIV-Toten seit 2005 zählt Mosambik zu den Erfolgsländern im Kampf gegen Aids: Die Neuinfektionen gehen deutlich zurück. Die SOS-Kinderdörfer verhelfen betroffenen Menschen wie Cassandra* zu neuen Lebensperspektiven.

Eine HIV-Infektion gilt in Mosambik als Stigma: Deshalb will Cassandra*, die sich dank der SOS-Familienstärkung eine kleine Existenz aufbauen konnte, ihr Gesicht nicht zeigen.
Cassandra verkauft in ihrem Hinterhof Hühner. Sie bekam 2005 die Diagnose "HIV positiv" und wurde daraufhin sehr schnell nach modernen Kombinationstherapien (ART) behandelt, die das Leben von Menschen mit HIV deutlich verlängern und die Lebensqualität verbessern. "Trotzdem war ich damals sehr niedergeschlagen", erzählt sie mit leiser Stimme. Sie war eine der ersten, die 2007 ins SOS-Familienhilfeprogramm für HIV-Infizierte im Umland von Maputo aufgenommen wurde. Ein SOS-Mitarbeiter fand die dreifache Mutter damals mit stark geschwollenen Füßen in ihrem Bett. "Der erste Schritt war - im wahrsten Sinne des Wortes - sie wieder auf die Füße zu bekommen", erinnert er sich. Sobald sie sich besser fühlte, bekam sie von SOS fünf Hühner - um eine kleine Zucht zu starten.

Hoffnung für die Zukunft - trotz HIV

"Heute habe ich zwischen 1600 und 1900 Hühnern - und es werden immer mehr", erzählt sie stolz. "Meine Kinder, meine beiden Enkel und ich sind jetzt gut versorgt. Ich habe sogar ein Stück Land gekauft - die Preise sind billig, weil man wegen der Erosion hier nicht besonders gut lebt." Trotzdem träumt sie davon, eines Tages an einen besseren Ort zu ziehen. "Die Siedlung liegt weit außerhalb der Stadt, viele Organisationen kommen hier überhaupt nicht her. Die Menschen hier leben unter elenden Bedingungen - die Folge sind oft Durchfall und Hautkrankheiten", berichtet Viratio Branco, der die SOS-Familienhilfe vor Ort organisiert. Cassandra ist nur eine von 450 HIV-Familien, denen SOS in Mosambik zu einer Perspektive im Leben verhilft. Wenn die Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert hat und die kleinen Geschäftsmodelle laufen, schauen er und sein Team etwa einmal pro Monat bei den betroffenen Familien vorbei. Sein Fazit: "Cassandra hat wieder Hoffnung im Leben, ihr Selbstwertgefühl ist gestiegen und sie kann ihre Familie jetzt selbst durchbringen. Das ist ein toller Erfolg!"

* Name geändert


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