Warum braucht man Kinderrechte?

Damit es Kindern auf der ganzen Welt besser geht, wurden vor 25 Jahren die Kinderrechte eingeführt. Das sind Gesetze, an die sich Eltern, Lehrer, Betreuer und Erzieher halten müssen.

Kinder werden in vielen Ländern wie Eigentum behandelt. Die Eltern bestimmen und die Kinder müssen gehorchen. Wenn die Familie Pech hat und wenig Geld, müssen die Kinder von klein auf schwer arbeiten, dürfen nicht mit bestimmen, was sie arbeiten oder lernen wollen und schlimmstenfalls schicken die Eltern die Kinder weg, um Geld zu verdienen. Oder die Kinder müssen als Soldaten in den Krieg ziehen. Wenn Kinder sich wehren, können Eltern und sogar die Lehrer oder Erzieher die Kinder auch schlagen.

Damit es Kindern besser geht, wurden vor 25 Jahren die Kinderrechte eingeführt. Das sind Gesetze, an die sich Eltern, Lehrer, Betreuer und Erzieher halten müssen.

Fast alle Länder der Welt haben einen Vertrag (die Kinderrechtskonvention) unterschrieben, dass sie die Kinder schützen möchten und ihnen eigene Rechte geben. Nur die USA, Südsudan und Somalia haben nicht unterzeichnet. Somit gelten die Kinderrechte für etwa zwei Milliarden Kinder weltweit. Alle Erwachsenen müssen sich an die Gesetze halten. Und Kinder können protestieren, wenn sie ungerecht behandelt werden. Kinder zu schlagen ist verboten und Erwachsene sollen bestraft werden, wenn sie Kinder verletzen. Trotzdem werden noch in den meisten Ländern Kinder geschlagen, als billige Arbeiter missbraucht oder als Soldaten.

Weil Kinder Hilfe brauchen, um ihre Rechte durchzusetzen, helfen die SOS-Kinderdörfer den Kindern, damit die Gesetze auch eingehalten werden.
Und natürlich gelten diese Gesetze für alle Kinder in den SOS-Kinderdörfern, in den SOS-Schulen und Kindergärten.

Einige Kinderrechte haben wir hier zusammengefasst:

 


Vor einer SOS-Klinik in Addis Abeba, Äthiopien

Das Recht auf elterliche Fürsorge und gewaltfreie Erziehung

Du hast das Recht darauf, dass deine Eltern sich um dich kümmern. Wenn sie das nicht können, weil sie schwer krank sind oder selbst Hilfe brauchen, hast du das Recht auf eine Ersatzfamilie, zum Beispiel eine SOS-Familie, die das besser kann. Die Ersatzfamilie muss sich auch an die Kinderrechte halten: Kein Erwachsener darf dich schlagen, niemand darf dich verletzen.

 


Medizinausgabe in einer SOS-Schule in Thailand


Recht auf Gesundheit

Du hast das Recht, wenn es dir schlecht geht, zu einem Arzt zu gehen. Die Erwachsenen müssen dafür sorgen, dass du gesund aufwächst und bei Krankheiten behandelt wirst. In vielen SOS-Kinderdörfern gibt es medizinische Zentren, wo Ärzte und Krankenpfleger Kinder kostenlos behandeln.


SOS-Schule im Senegal


Das Recht auf Bildung


In Deutschland gibt es die Schulpflicht – du musst also mindestens bis zur neunten Klasse zur Schule gehen. In vielen anderen Ländern gibt es das nicht. Aber auch dort müssen Eltern dafür sorgen, dass ihre zumindest Kinder lesen, schreiben, rechnen lernen. Da es in vielen Ländern zu wenig Schulen gibt, bauen die SOS-Kinderdörfer Schulen, die auch Kinder aus armen Familien aufnehmen. Denn in den meisten Ländern kosten Schulbesuche nämlich viel Geld.


 


Spielplatz im SOS-Kinderdorf in Marokko

Das Recht auf Spiel und Freizeit


Niemand darf dir das Spielen verbieten. Deine Zeit gehört dir und du darfst über sie bestimmen. Natürlich musst du Hausaufgaben machen (siehe Recht auf Bildung!), aber niemand darf dich zwingen, nur zu lernen oder schwer zu arbeiten. In den SOS-Kinderdörfern gibt es Fußballplätze, Kindergärten und Spielplätze. Das Recht zu spielen, Kind sein zu dürfen ist in Ländern, in denen es viel Armut gibt, nicht selbstverständlich. Denn dort müssen Kinder Geld verdienen, damit es etwas zu essen gibt.

 


Kinderschutzzone im Flüchtlingslager Malakal, Südsudan.

Das Recht auf Schutz vor Krieg


Wenn in einem Land Krieg ist, trifft es die Kinder oft am härtesten: Sie sind ohne den Schutz von Erwachsenen hilflos und in großer Gefahr. Die SOS-Kinderdörfer versuchen in Kriegen und in Flüchtlingslagern, Kinderschutzzonen einzurichten: Dort können die Kinder den Tag verbringen mit Spielen, Malen, Lernen und Ausruhen. Darauf haben die Kinder ein Recht: Dass sie im Krieg von Erwachsenen beschützt werden.