Lesen, Schreiben, Therapie

Die zehnjährige Ghada aus dem SOS-Kinderdorf Rafah im Gazastreifen hat in der Schule nicht nur einen Stundenplan, sondern auch einen Therapieplan.

"Ich will ganz normal leben!" - Gahda im SOS-Kinderdorf Rafah - Foto Bjorn-Owe Holmberg

Lesen, Schreiben, Rechnen, Therapie: Die zehnjährige Ghada aus dem SOS-Kinderdorf Rafah im Gazastreifen hat einen besonderen Stundenplan. Sie hat nicht nur Lehrer in ihrer Schule, sondern auch einen Therapeuten. Der hilft ihr, gegen die Angst zu kämpfen.

"Jeder rannte um sein Leben"

Ghada hat viel Angst. Denn sie hat im Krieg zwischen Israelis und Palästinensern einen Bombenangriff im Gazastreifen miterlebt. So heißt das Gebiet zwischen Israel und Ägypten am Mittelmeer. Direkt neben Ghada ist eine Rakete eingeschlagen: „Jeder rannte um sein Leben. Alles war voller Staub und Blut, die Menschen haben geschrien und plötzlich waren meine Tante und mein Onkel weg", erinnert sie sich.

Sie landete ganz allein in einem Flüchtlingsheim, bis Mitarbeiter des Roten Kreuzes sie zurück ins Kinderdorf brachten. Sie erzählt: „Seit damals bin ich jeden Tag traurig. Ich kann mir in der Schule nichts mehr merken und habe keine Energie zum Lernen. Aber früher hat mir das großen Spaß gemacht.“ Ghada hat nur einen Wunsch: Sie würde gern ihre schlimmen Erlebnisse vergessen und wieder neu beginnen. Ganz normal leben. Und in der Schule lesen, schreiben, rechnen und jede Menge Spaß haben.

400.000 Kinder brauchen Hilfe

So wie Ghada geht es fast 400.000 Kinder im Gazastreifen. Sie brauchen dringend Hilfe. Sie haben große Angst, können abends nicht einschlafen, können nichts essen und sind sehr traurig. Viele Freunde und Lehrer haben auch schreckliche Dinge erlebt. In der Grundschule im SOS-Kinderdorf Rafah - etwa 30 Kilometer südlich von Gaza - lernen heute wieder 170 Jungen und Mädchen jeden Tag Lesen, Schreiben und Rechnen – und wie sie ihre Angst überwinden.