Eine bessere Welt bis 2015!

Millennium bedeutet Jahrtausend. Gemeint ist damit das Jahr 2000. Im September 2000 fragten sich 189 Regierungschefs: Können wir hinnehmen, dass weltweit 842 Millionen Menschen hungern? Jedes Jahr vier Millionen Menschen an schweren Krankheiten sterben, gegen die es schon Medikamente gibt? Und 67 Millionen Kinder keine Schule besuchen? Ihre klare Antwort: „Nein!“. Bis 2015 wollen sie acht Millenniums-Entwicklungsziele erreichen. Dazu gehören die Halbierung der weltweiten Armut, Grundschulbildung für alle und die Bekämpfung von Aids. Knapp ein Jahr haben die Vereinten Nationen noch, dann werden sie an ihren Millenniumszielen gemessen.

Bildergalerie aus den SOS-Kinderdörfern: Wie leben Kinder in armen Ländern?


Millenniumsziel 1: Jedes Kind soll genug zu essen haben

 


SOS-Schule in Madagaskar, Antsirabe: In der SOS-Schule in Antsirabe, Madagaskar, bekommen die Kinder jeden Mittag so viel zu essen, wie sie möchten.
 
Wann ist ein Mensch extrem arm? Wer die Armut bekämpfen will, muss wissen, wogegen er antritt. Als extrem arm gilt, wer weniger als einen Euro pro Tag zur Verfügung hat. So viel kostet beispielsweise eine kleine Cola. Das ist natürlich viel zu wenig.


Die gute Nachricht:

Vor 20 Jahren gab es 1,9 Milliarden extrem arme Menschen – heute sind es deutlich weniger, nämlich 1,2 Milliarden.

Die schlechte Nachricht:

Es gibt immer noch 1,2 Milliarden Menschen, die nicht genug zu essen haben. Die meisten davon leben in Afrika, zum Beispiel in Mali, im Niger, Südsudan oder Kongo. Weltweit hat jedes siebte Kind so wenig zu essen, dass es vor Hunger krank wird.


Millenniumsziel 2: Jedes Kind soll lesen, schreiben, rechnen lernen



SOS-Schule in Zambia, LusakaIn der SOS-Grundschule in Lusaka lernen 150 Kinder lesen und schreiben.
Schule macht schlau und hilft gegen Armut. Gebildete Menschen haben bessere Chancen eine Arbeit zu finden und mit einer guten Arbeit verdient man mehr Geld. Das bedeutet, man hat genug zu essen, eine Wohnung oder ein Haus, die groß genug für die ganze Familie sind.

 

Die gute Nachricht:
Vor 20 Jahren gingen 100 Millionen Kinder nicht zur Schule, heute sind es nur noch 58 Millionen.
 
Die schlechte Nachricht:
Jedes siebte Kind kann nicht zur Schule gehen, weil in seinem Land Krieg herrscht oder große Armut. Viele Kinder gehen nur ein oder zwei Jahre zur Schule und müssen dann der Familie helfen, Geld für Essen zu verdienen.

SOS-Mädchenschule Pakistan, Dhodial: Im Nordosten Pakistans gibt es kaum Schulen – und noch seltener Mädchenschulen. Die SOS-Kinderdörfer haben schon vor 20 Jahren dort eine Mädchenschule eröffnet.

Millenniumsziel 3: Mädchen und Jungen sollen die gleichen Rechte haben

In manchen Ländern werden nur die Jungen zur Schule geschickt. Die Mädchen müssen der Mutter im Haushalt oder den Geschwistern helfen. Das ist ungerecht. Später bekommen diese Mädchen nur schlechte, sehr anstrengende Arbeit in der Landwirtschaft oder in Fabriken.
 
Die gute Nachricht:
Mittlerweile gehen fast genauso viele Mädchen wie Jungen in eine Grundschule.
 
Die schlechte Nachricht:
Ab der fünften Klasse gibt es weltweit deutlich mehr Jungen als Mädchen an den Schulen.

Millenniumsziel 4: Kinder sollen vor Krankheiten geschützt werden


SOS-Medizinisches Zentrum in Burundi, Cibitoke:
Im medizinischen Zentrum von Cibitoke in Burundi werden täglich über 50 Kinder behandelt.
Viele Kinder in armen Ländern sterben an Krankheiten, gegen die es eigentlich schon lange eine Medizin oder eine Impfung gibt.
 
Die gute Nachricht:
14 Millionen Kinder wurden in den letzten drei Jahren gerettet: durch eine Masernimpfung. Auch einfache Dinge wie Moskitonetze schützen vor Krankheiten wie Malaria (ein starkes Fieber, das durch Moskitos übertragen wird). In den letzten Jahren sind deshalb viel weniger Kinder an diesen Krankheiten gestorben als noch vor 20 Jahren.

 

Die schlechte Nachricht:
Kinder unter fünf Jahren und vor allem Babys sind sehr anfällig für Krankheiten. In Afrika südlich der Sahara und Südasien ist die Gefahr, dass Kinder an Krankheiten sterben, immer noch zu hoch. 
 

SOS-Klinik, Zentralafrikanische Republik, Bangui: Jeden Freitag warten vor der SOS-Klinik in Bangui viele Mütter mit ihren Babys.

Millenniumsziel 5: Mütter sollen vor Krankheiten geschützt werden

Kinder kriegen ist ein Wunder: Erst hat die Mutter das kleine Wesen im Bauch und nach neun Monaten kommt ein neuer Mensch auf die Welt. Ein freudiges Ereignis! Der Körper der Frau braucht bei einer Schwangerschaft und vor allem bei der Geburt sehr viel Kraft. Wenn Mütter hungern oder durch Krankheiten geschwächt sind, kann eine Geburt für sie und das Baby sehr gefährlich sein.
 
Die gute Nachricht:
In vielen Ländern der Welt ist eine Geburt nicht gefährlich für Mutter und Kind. Die Mütter können sich von Ärzten und Hebammen untersuchen lassen. Im Notfall gibt es genug Medizin für beide und meistens sind Mütter und Babys gesund und stark.

 

Die schlechte Nachricht:
In armen Ländern, wo es wenig Ärzte und Hebammen gibt, sterben viele Mütter und Babys bei Geburten. Oft werden Mutter und Kind  nach der Geburt krank, weil es nicht sauber genug ist oder das nächste Krankenhaus zu weit weg. Auch Medizin ist teuer und schwer zu bekommen.


SOS-Kinderdorf, Nairobi, Kenia: In fast allen afrikanischen SOS-Kinderdörfern gibt es regelmäßig Aktionen, bei denen erklärt wird, wie man sich vor Aids schützt. Denn wer weiß, wie er gesund bleibt, braucht keine Medikamente.

Millenniumsziel 6: Bekämpfung von schweren Krankheiten

Malaria, Aids und Tuberkulose: So heißen die Krankheiten, die auf der Welt am meisten Menschen töten. Gegen Malaria und Aids gibt es keine Impfung, aber man kann sie mit Medikamenten behandeln.

 

Die gute Nachricht:
Zwischen 2000 und 2012 wurden drei Millionen Kleinkinder vor Malaria geschützt. Sie haben zum Beispiel Moskitonetze bekommen oder Fiebersaft.
 
Die schlechte Nachricht:
Jeden Tag sterben immer noch fast 600 Kinder, weil sie keine Medizin gegen Aids bekommen. Medizin gegen Aids und andere Krankheiten muss noch billiger werden, so dass jeder Kranke behandelt werden kann.


SOS-Kinderdorf in Sierra Leone, Bo: Hier im SOS-Kinderdorf in Bo, Sierra Leone, gibt es einen Brunnen mit frischem, sauberem Wasser. Hier holen nicht nur die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Wasser, sondern auch die Familien aus der Umgebung.

Millenniumsziel 7: Sauberes Wasser und eine gesunde Umwelt für alle

Würdest du aus einer Pfütze trinken? Wahrscheinlich schon, wenn du sehr großen Durst hättest und kein anderes Wasser da wäre. Und so geht es vielen Menschen: Sie müssen jeden Tag schmutziges Wasser trinken, weil es kein sauberes Wasser gibt. Das macht die Menschen krank. Auch haben viele keine richtigen Toiletten. Das wollten viele Länder ändern.
 
Die gute Nachricht
In den Armenvierteln der Städte versuchen die Regierungen vieler Länder zumindest die Brunnen sauber zu halten. Das gelingt leider noch nicht überall.
 
Die schlechte Nachricht
Die Wasserversorgung ist für die meisten Menschen auf der Welt nicht besser geworden.
173 Millionen Menschen trinken direkt aus Flüssen, Bächen oder Teichen.
 

Millenniumsziel 8: Reiche Länder helfen armen Ländern


SOS-Kinder aus Mosambik, Inhambane: Wir helfen Kindern, die in Ländern leben, die noch ganz weit entfernt sind von den Millenniumszielen. Und versuchen unseren Beitrag zu leisten, dass die Welt für Kinder ein bisschen besser wird.
Damit es den armen Ländern, vor allem in Afrika, besser geht, haben die reichen Länder beschlossen, Geld zu spenden. Das sollen die Länder nutzen, um Schulen, Brunnen und Krankenhäuser zu bauen.
 
Die gute Nachricht

Die Europäische Union, also fast alle Länder in Europa, unterstützen großzügig ärmere Länder wie Somalia, Malawi oder Sudan. Jeder, der in Europa lebt, schenkte 2012 etwa 109 Euro an Menschen in der Welt, denen es nicht so gut geht wie uns.

 

Die schlechte Nachricht

Es gibt sehr strenge Regeln, wie die ärmeren Länder das geschenkte Geld verwenden müssen. Sie dürfen nicht selbst entscheiden, wie sie es verwenden. Und: In einigen Ländern wird das Geld nicht für die Armen verwendet, sondern die Regierung behält das Geld für sich. Regierungsbeamte kaufen große Häuser und Autos und teilen das Geld nicht gerecht auf.