Syrien: Kinder ohne Eltern bekommen ein Zuhause auf Zeit


Mouhammad freut sich über sein Stockbett
Das weiße Haus in Saboura, einem Viertel am Stadtrand von Damaskus, stand seit dem Krieg leer. Seit gestern ist es wieder voller Leben. Ein Bus der SOS-Kinderdörfer brachte 20 Kinder in das frisch renovierte Gebäude. Mouhammad (11) und seine Geschwister stürmen ihre neuen Zimmer: "Das ist wie im Himmel!" schwärmt er und klettert auf sein Stockbett.
"Ich habe einen Spiegel in meinem Schrank!", ruft seine kleine Schwester Elisar (8).
Für einen Moment vergessen Mouhammad, Mouhannad (7) und Elisar, dass sie drei Jahre Krieg hinter sich haben. Mitarbeiter einer Hilfsorganisation haben sie in den Straßen von Damaskus gefunden: Sie mussten betteln, um etwas zu Essen zu haben und hatten keinene Schlafplatz. Bis heute wissen sie nicht, wo ihre Eltern sind.
Bis die Eltern der drei Geschwister gefunden sind, dürfen sie hier, im SOS-Zuhause auf Zeit wohnen. Sechs SOS-Mütter passen auf 20 Kinder auf, deren Eltern verschollen sind. Jetzt, wo der Winter kommt, brauchen sie umso mehr ein warmes Zuhause.
Mouhannad, der jüngste der drei Geschwister, hat immer Hunger: "Mama", sagt er zu SOS-Mutter Samar, "was gibt's zu essen?"
"Gegrilltes Hähnchen", lacht sie und streichelt ihm den Kopf. Mouhannad jubelt. Für ihn ist der Tag so gut wie gerettet.

Eilsar räumt ihren Schrank ein
Später, als er satt und zufrieden unter seinem großen Bruder im Stockbett liegt, sagt er zu Samar: "Wäre doch schön, wenn es alle Kinder so gut hätten. So schön warm." Dann schließt er die Augen und schläft. Seit langem mal wieder tief und fest.