Inhalt eines Testaments

Den Inhalt Ihrer letztwilligen Verfügung können Sie grundsätzlich frei bestimmen.


Foto: SOS-Archiv

Es sollte jedoch klar daraus hervorgehen, wen Sie zum Erben bestimmen (und zu welchem Teil) und wen Sie mit einem Vermächtnis bedenken.

Der Unterschied zwischen Erbschaft und Vermächtnis ist der, dass ein Erbe alles erbt, was dem Verstorbenen gehört hat – sowohl das gesamte positive Vermögen, als auch alle eventuelle Schulden (Prinzip der Gesamtrechtsnachfolge).

Ein Vermächtnisnehmer hingegen erhält eine einzelne Sache, z. B. einen bestimmten Geldbetrag, ein Schmuckstück, ein Haus, etc. Der Erbe ist verpflichtet, das Vermächtnis zu erfüllen.

Sollten Sie in einer Altenpflegeeinrichtung leben, beachten Sie bitte, dass Sie nach geltendem Heimrecht grundsätzlich weder der Einrichtung selbst noch einzelnen Mitarbeitern testamentarisch etwas zuwenden bzw. vererben können. In diesem Fall empfiehlt sich eine Rücksprache mit der zuständigen Heimaufsichtsbehörde.

Beispiel für Erbschaft / Vermächtnis

Ich, Maria Müller, setze meine Nichte Klara Müller zu meiner Alleinerbin ein. (Erbschaft)
Dem SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e. V., Ridlerstraße 55, 80339 München, vermache ich einen Geldbetrag von 500 € (Vermächtnis).


München, am 01.09.2011
Maria Müller

Sie können grundsätzlich testamentarisch auch bestimmen, wofür Ihr Nachlass verwendet werden soll.

Wenn Sie beispielsweise Ihr Erbe einem afrikanischen SOS-Kinderdorf hinterlassen oder Sie lieber ein SOS-Kinderdorf-Projekt in Russland unterstützen möchten, sollten Sie dies in Ihrem Testament festhalten.

Bei der Festlegung einer konkreten Zweckbestimmung bitten wir jedoch Folgendes zu berücksichtigen. Naturgemäß ist der Zeitpunkt des Geldflusses ebenso wenig vorherbestimmbar wie es gesichert ist, dass im Laufe der nächsten 30 Jahre eine spezielle Einrichtung noch existiert bzw. unterhalten wird. Als hierfür maßgebliche Faktoren seien dabei Unwägbarkeiten wie Naturkatastrophen, politische Veränderungen oder auch günstigstenfalls eine deutliche Verbesserung der Lebenssituation in einem Land genannt.
Sollte ein spezielles Projekt als Auflage im Testament angeordnet sein, welches jedoch nicht mehr existiert, würden wir die Erbschaft mangels Erfüllbarkeit der Auflage nicht annehmen können.

Alternativ können Sie eine testamentarische Formulierung wählen, die es uns ermöglicht, für den Fall, dass ein bestimmtes von Ihnen bevorzugtes Projekt nicht mehr existiert, Ihr Nachlass schließlich dort verwendet werden darf, wo es gerade am dringendsten benötigt wird.

Sollten Sie für Ihre Beerdigung spezielle Wünsche haben, vermerken Sie diese nicht im Testament, sondern in einem separaten Schriftstück, welches Sie einer Person Ihres Vertrauens oder uns zusammen mit Ihrem Testament überlassen.

Wünsche zur Grabpflege hingegen sollten Sie als sogenannte Auflage in Ihr Testament aufnehmen.