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SOS-Kinderdörfer Über SOS Aktuelles News

SOS verstärkt Nothilfe für Kinder in Darfur 

29.09.06 - Viele sind nur knapp dem Tod entkommen. Einige mussten mitansehen, wie ihre Eltern getötet wurden, viele Mädchen wurden vergewaltigt. Die Opfer des Bürgerkriegs im westsudanesischen Darfur sind vor allem auch Kinder. In dem riesigen Flüchtlingslager Abu Shok betreuen SOS-Mitarbeiter schwer traumatisierte Mädchen und Jungen. Diesen Sommer hat in dem Camp ein drittes SOS-Nothilfe-Zentrum seine Arbeit aufgenommen. Unterdessen spitzt sich die Gewalt im Westsudan wieder zu.


Die Tagesstätte des Nothilfe-Zentrums betreut elternlose Flüchtlingskinder - Foto: L. El-Elaimy
Die Tagesstätte des Nothilfe-Zentrums betreut elternlose Flüchtlingskinder - Foto: L. El-Elaimy
Der Bürgerkrieg in der westsudanesischen Krisenprovinz Darfur hat bislang schätzungsweise 200.000 bis 300.000 Todesopfer gefordert. Zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht - die Hälfte davon sind Kinder. In dem riesigen Flüchtlingslager Abu Shok nahe El Fashir werden etwa 100.000 Menschen von verschiedenen Hilfsorganisationen versorgt.

Seit Ende 2004 betreuen SOS-Mitarbeiter in Abu Shok schwer traumatisierte Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder sexuell missbraucht wurden. SOS-Familien-Zentren bieten in dem Camp medizinische Versorgung, psychotherapeutische Begleitung sowie Beratung durch Sozialarbeiter.

Mütter bei Handarbeiten im neu errichteten Zentrum - Foto: L. El-Elaimy
Mütter bei Handarbeiten im neu errichteten Zentrum - Foto: L. El-Elaimy
Diesen Sommer haben die SOS-Kinderdörfer ihre Nothilfe in Abu Shok erweitert und ein drittes SOS-Familien-Zentrum eröffnet. Die drei Zentren betreuen und beraten nun insgesamt 630 Kinder und 170 allein stehende Mütter.

Das neu eröffnete Zentrum dient auch als eine Art Nothilfe-Kinderdorf: Die 15 Zelte des Zentrums beherbergen eine Kindertagesstätte, die elternlose Mädchen und Jungen aus dem Camp betreut. Die Kinder werden dort nicht nur medizinisch und psychotherapeutisch versorgt, SOS-Mitarbeiter unterstützen sie auch bei Schulaufgaben und vermitteln ihnen Basiswissen über Gesundheit und Hygiene. Zusätzlich geben SOS-Mitarbeiter Unterricht an sieben Camp-Schulen: Jede Woche halten sie Stunden für insgesamt 3000 Schulkinder.

Das neue Zentrum in Abu Shok - Foto: L. El-Elaimy
Das neue Zentrum in Abu Shok - Foto: L. El-Elaimy
Daneben konzentriert sich die SOS-Nothilfe auf allein stehende Mütter. Denn Frauen, die nicht durch einen Familienverband geschützt sind, sind besonders gefährdet. Vor allem wenn sie die relativ sicheren Camps verlassen, um zum Beispiel Feuerholz zu sammeln, stehen Entführungen und Vergewaltigungen an der Tagesordnung. In dem neuen SOS-Familien-Zentrum können allein stehende Frauen Handarbeiten erlernen oder andere kleine Arbeiten verrichten.
 
 
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