Verfroren, aber zufrieden

Schüler der chinesischen Schule sammeln für die Erdbebenopfer

Sammelaktion in der Innenstadt
Unermüdliches Engagement: Eine Schülerin bittet in der Krefelder Innenstadt um Spenden für die SOS-Nothilfe.
Erst hat es ein bisschen geregnet und dann ein bisschen mehr, aber da waren die Jungen und Mädchen der Chinesischen Schule in Krefeld schon nicht mehr zu bremsen. Die Kinder waren in die Innenstadt gezogen, um so viel Geld wie möglich für die Nothilfe der SOS-Kinderdörfer in China zu sammeln und so den Opfern des Erdbebens in der Provinz Sichuan zu helfen. Eine Idee, die von den Eltern kam, aber von den Schülern mit großem Engagement umgesetzt wurde. "Kinder helfen Kindern" stand auf ihren T-Shirts, darüber ein rotes Herz, manche hatten Instrumente dabei, andere ihre Liedtexte.

Als sie zu musizieren begannen, hatten sie schnell eine Menge Zuschauer und bald das erste Geld in den Sammeldosen. "Manche der Kinder waren am Anfang noch etwas schüchtern", sagt Yine Zhang, einer der Väter. Schließlich sei es für die meisten das erste Mal gewesen, dass sie jemanden auf der Straße um Geld baten. Aber bald stieg der Mut. "Meine beiden Söhne wurden im Laufe des Tages richtig forsch, so dass ich sie ein bisschen bremsen musste", erzählt Yine Zhang schmunzelnd.

Gruppenfoto der Schüler
Kinder helfen Kindern: Mit einem roten Herz auf ihren T-Shirts zogen die Schüler bei der Sammelaktion los.
Die chinesische Schule Krefeld nennt sich selbst eine "Wochenendeschule": Chinesen, Halb-Chinesen und hin und wieder auch deutsche Kinder kommen an den Samstagen dorthin, um Chinesisch zu lernen. Aus dem unmittelbaren Umfeld der Familien seien glücklicherweise keine Erdbeben-Opfer zu beklagen, sagt Yine Zhang. "Trotzdem fühlen wir uns natürlich besonders verbunden."

Dass das Geld an die SOS-Kinderdörfer gehen sollte, war ziemlich schnell klar. "Wir sind überzeugt, dass die SOS-Kinderdörfer schnelle und gute Hilfe leisten. Ich weiß zum Beispiel, dass im SOS-Kinderdorf Chengdu Jungen und Mädchen aufgenommen wurden, die ihre Eltern durch das Erdbeben verloren haben."

Unterdessen regnete es weiter in Krefeld, irgendwann am Nachmittag so stark, dass auch der letzte Passant aus der Fußgängerzone verschwand. Da packten schließlich auch die chinesischen Schüler ein - ein bisschen verfroren, aber zufrieden mit ihrem Ergebnis.

Wenn Sie jemanden als Spender des Monats vorschlagen möchten, schreiben Sie bitte an: simone.kosog@sos-kd.org