Schüler machen sich für Kinder in Haiti stark

Basteln, Kuchenbacken, Lollis verkaufen, mit der Spendenbüchse sammeln: Das sind nur ein paar wenige Beispiele dafür, was sich Schüler so alles einfallen lassen, um den Menschen in Haiti nach dem schlimmen Erdbeben zu helfen.

Mehr als 100 Schulen haben in den vergangenen Wochen die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Haiti mit Spendenaktionen unterstützt. Meist kam der Anstoß dafür nicht von den Lehrern, sondern von den Schülern. Stellvertretend für die vielen Schulen, die sich engagiert haben, möchten wir hier ein paar der Aktionen vorstellen. Außerdem nutzen wir die Gelegenheit und sagen allen Schülern und Lehrern, die uns geholfen haben: Danke! 

 

Schüler der Elbtalschule
Schüler der Elbetalschule in Naumburg mit ihren selbstgebastelten Spendendosen.(Quelle: HNA/Saric)
Ganz im Alleingang starteten Schüler der Elbetalschule in Naumburg ihre Spendenaktion "Ein Herz für Haiti". Noch bevor die Lehrer das Thema im Unterricht aufgreifen konnten, hatten schon die ersten Grundschüler eigene Spendendosen gebastelt und sich damit im Ort auf den Weg gemacht. Am nächsten Tag standen drei Schüler im Sekretariat, um ihre ersten Spenden abzuliefern. "Wir sind natürlich mächtig stolz auf die Eigeninitiative und das soziale Engagement unserer Schüler", sagt Marcella Jakobi, Konrektorin der Elbetalschule. Um den Kindern das Sammeln ein wenig leichter zu machen, verfasste die Schulleitung ein Schreiben, das die Spender über den Zweck ihrer Spende informierte. Das war auch nötig, denn das Vorpreschen der drei Kinder hatte sich natürlich herumgesprochen, sodass am Ende rund 20 Kinder der 3. und 4. Klasse mit ihren Spendendosen in Naumburg und Umgebung unterwegs waren. 

 

 

Schüler der Hölderlin-Grundschule
Schüler der Hölderlin-Grundschule in Bad Homburg richten an ihrer Schule mit Hilfe ihrer Eltern ein Buffettag zugunsten der Erdbebenopfern in Haiti aus.
Auch die Schüler der Hölderlin-Grundschule entwickelten ihre Idee, wie man den Menschen in Haiti helfen könnte, ohne das Zutun ihrer Lehrer. Die Klassensprecher der Bad Homburger Schule brachten das Thema in die Kinderkonferenz ein. In der wöchentlichen Versammlung tauschen sich die Kinder über wichtige Schulthemen aus und informieren anschließend ihre Mitschüler. Gemeinsam beschlossen sie, unter dem Motto "Kinder helfen Kindern aus Haiti" einen Buffettag zugunsten der Erdbebenopfer auszurichten. Der Buffettag ist eine feste Einrichtung und findet meist einmal im Monat statt. Eltern backen dafür extra Kuchen, der am Buffettag an die Schüler günstig verkauft wird. Die Einnahmen werden fast immer für schulinterne Zwecke wie etwa die Erweiterung der Bibliothek verwendet. Der Spendenbetrag für Haiti an die SOS-Kinderdörfer, den Eltern und Lehrer zudem noch aufrundeten, war da eine tolle Ausnahme.

 

 

Regenbogenschule
Ein Schüler der Regenbogenschule im brandenburgischen Henningsdorf überreicht Sabine Conquest von SOS-Kinderdörfer den Spenden-Scheck.
An der Regenbogenschule im brandenburgischen Henningsdorf gibt es ein schönes Ritual. Jeden Tag treffen sich die Schüler im Morgenkreis und sprechen darüber, was sie gerade so bewegt. Nach dem Erbeben in Haiti meldete sich der achtzehnjährige Patrick Köhler zu Wort und sagte, dass er am liebsten gleich dort hinfahren würde, um den Kindern zu helfen. Auch von seinem Taschengeld würde er sofort etwas abgeben, wenn es nur hilft. Den anderen 34 Kindern im Morgenkreis ging es ähnlich wie Patrick. "Wir haben dann gemeinsam überlegt, was wir machen könnten und kamen schließlich auf die Idee mit dem Kuchenbazar", erzählt Ingrid Walther, Leiterin der Regenbogenschule für geistig behinderte Kinder. Frau Walther fragte anschließend beim benachbarten Unternehmen Bombadier an, ob die Schüler dort Kuchen zugunsten der Erdbebenopfer in Haiti verkaufen dürften. Und sie durften. Die vielen Kuchen, die die Eltern der Schüler gebacken hatten, waren in nur einer Stunde ausverkauft. Den Erlös spendeten sie für das SOS-Kinderdorf Santo, in der Nähe von Port-au-Prince.

 

 

"Lolli-Aktion" in der Schillerschule
Die "Lolli-Aktion" der Schülervertretung der Schillerschule in Nussloch war ein voller Erfolg!
Die Idee der Schülervertretung (SMV) der Schillerschule in Nussloch war ebenso einfach wie wirksam: "Wir verkaufen Spenden-Lollis." Eine Woche lang konnten die Schüler in der großen Pause Lollis kaufen und damit den Kindern in Haiti helfen. Die älteren Schüler der Grund- und Hauptschule gestalten eine Informationstafel und kümmerten sich um den Verkauf. Allein am ersten Tag gingen rund 150 Lollis über die Standtheke. "In den Geschäften im Umkreis unsere Schule waren die Lollis irgendwann ausverkauft", erzählt Anne Klar. Sie ist Vertrauenslehrerin und hat gemeinsam mit ihrem Kollegen Jörg Bienert die Spendenaktion der Schüler betreut. Um den nötigen Lolli-Nachschub zu besorgen, musste Frau Klar dann auch Läden im weiteren Umfeld der Schule abklappern. Der Verkauf der Spenden-Lollis war ein voller Erfolg. So viel man weiß, wurde sogar der Hinweis der SMV, die Süßigkeiten wenn möglich nicht im Unterricht zu verzehren, beherzigt.

 

 

Schüler der Volksschule Laa
Der Wochenmarktstand der Klasse 4B der Volksschule Laa in Niederösterreich war am Ende restlos ausverkauft!
Denise Oberrenzer hatte die Bilder des Erdbebens im Fernsehen gesehen und wollte etwas tun. Aber was? Sie erzählte ihrer Lehrerin Doris Hicker davon und fragte, ob man nicht gemeinsam mit der Klasse irgendwie helfen könnte.  Und weil in der Klasse 4B der Volksschule Laa in Niederösterreich alle zusammenhalten, war auch sofort klar, dass man gemeinsam helfen muss. Ziemlich schnell entschieden sich die Kinder für den bevorstehenden Wochenmarkt in Laa zu basteln und die Werke dort am Stand gegen Spenden anzubieten. In fast drei Wochen entstanden rund 250 bemalte Eier und 100 Holzosterhasen sowie vieles mehr. Gebastelt wurde im Unterricht und sogar in der schulfreien Zeit. Das Thema Haiti beschäftigte die Kinder aber nicht nur im Werkunterricht, sondern auch in anderen Schulstunden. "Wir haben zum Beispiel in Mathematik ausgerechnet, wie viel Babynahrung, frisches Trinkwasser oder Medikamente sich für unseren Spendenbetrag kaufen ließen", erzählt die Klassenlehrerin Doris Hicker. Und da der Stand der Klasse 4B beim Wochenmarkt am Ende restlos ausverkauft war, ließ sich mit ihrer Spende an die SOS-Kinderdörfer tatsächlich einiges tun!

 

Bitte unterstützen auch Sie die Wiederaufbauhilfe der SOS-Kinderdörfer in Haiti mit Ihrer Spende!

Wenn Sie jemanden als Spender des Monats vorschlagen möchten, schreiben Sie bitte an: simone.kosog@sos-kd.org