Das erste SOS-Kinderdorf wurde 1949 von Hermann Gmeiner in Imst, Österreich für Kinder, die im Krieg ihre Eltern verloren hatten, gegründet. In einer Zeit, in der verlassene Kinder hauptsächlich in Heimen groß wurden, war das Kinderdorf ein radikal neues Modell, das die Menschlichkeit und das individuelle, behütete Aufwachsen in den Vordergrund stellte. Hermann Gmeiner glaubte fest an diese Idee und ihre Verbreitung: „Das Kinderdorf muss leuchten und hinausstrahlen in die Welt.“ Tatsächlich fasste die Idee in kurzer Zeit in vielen Ländern Fuß. Bereits nach zehn Jahren gab es 20 SOS-Kinderdörfer. Heute sind es weltweit 508 SOS-Kinderdörfer.
Kinder in Not bekommen in den SOS-Kinderdörfern eine SOS-Mutter, Geschwister, ein sicheres Zuhause. Im schützenden Rahmen der dörflichen Gemeinschaft gelingt es den allermeisten Jungen und Mädchen, wieder Mut zu schöpfen und zuversichtlich in die Zukunft zu gehen. Bis zum Einstieg ins Berufsleben und bei Bedarf noch länger sorgen die SOS-Kinderdörfer für das Wohl der ihnen anvertrauten Kinder. Zurzeit leben über 76.000 Kinder und Jugendliche in den 508 Kinderdörfern und 383 SOS-Jugendeinrichtungen.
Dazu kommen Kindergärten, Schulen, Sozial- und Berufsbildungszentren sowie medizinische Zentren, die selbstverständlich auch den benachbarten Gemeinden offen stehen. In Krisensituationen wie Bürgerkriegen, Hunger- oder Naturkatastrophen leistet SOS Nothilfe. Oft entstehen aus diesen Nothilfe-Projekten neue SOS-Kinderdörfer.
Die Grundsätze der Hilfe sind bis heute die gleichen geblieben. Die SOS-Kinderdörfer haben die Vision, dass jedes Kind in einer Familie aufwächst – geliebt, geachtet und behütet. Gleichwohl hat sich das Hilfswerk, auch mithilfe der pädagogischen Forschung, weiterentwickelt: Die Betreuung der Jungen und Mädchen wurde kontinuierlich verbessert, Mütter werden heute umfangreich ausgebildet und unterstützt durch Psychologen und Pädagogen.
Von Beginn an haben die SOS-Kinderdörfer auch die Gemeinden in ihrem Umfeld unterstützt. Diese Unterstützung wurde inzwischen deutlich erweitert. Weltweit laufen Programme, um Familien zu stärken, zum Beispiel mit Kleinkrediten, einer Ausbildung oder Kinderbetreuung, damit Kinder erst gar nicht verlassen werden. Kinder zu schützen und notleidende Familien dazu zu befähigen, selbständig ihr Leben zu meistern – darum geht es bei der SOS-Familienhilfe. In Zukunft soll diese Hilfe der SOS-Kinderdörfer noch deutlich ausgebaut werden. Ziel ist es, bis zum Jahr 2016 weltweit eine Million Kinder zu erreichen.
SOS-Kinderdörfer weltweit (Kurzinformation)
Die SOS-Kinderdorf-Idee
Die SOS-Kinderdörfer auf einen Blick
Von 1949 bis heute - eine Chronik
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