Cholera-Epidemie in Simbabwe: SOS-Kinderdörfer klären auf

München/Harare - Die Cholera-Epidemie in Simbabwe fordert immer mehr Opfer. Erste Todesfälle sind auch in Familien zu beklagen, die in Armenvierteln durch die Familienhilfe der SOS-Kinderdörfer betreut werden. In Zusammenarbeit mit den Behörden informieren SOS-Sozialarbeiter die Bevölkerung über Ansteckungsgefahren. Auch die Kinder in den SOS-Kinderdörfern, SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und SOS-Kindergärten wurden über die Krankheit eingehend aufgeklärt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind seit August 484 Menschen an Cholera gestorben und 11.700 erkrankt. Besonders dramatisch ist die Lage in den Armenvierteln Budiriros, einem westlichen Vorort im Großraum Harare. Dort wohnen viele Familien, die durch die SOS-Familienhilfe unterstützt werden. In vier dieser Familien sind jetzt Erwachsene an Cholera gestorben.

SOS-Mitarbeiter Justine Lungu beschreibt die katastrophalen Zustände in den Armenvierteln Budiriros, von denen eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht: "Kranke und Gesunde leben dicht gedrängt zusammen, sie teilen sich das Essen und benutzen die selben Brunnen und Toiletten. Familien zapfen aus leckenden Leitungen Wasser ab - da aber die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen ist, dürfte es sich dabei eher um Abwasser als um Trinkwasser handeln."

SOS-Sozialarbeiter verteilen Informationsmaterial und erklären Familien in den Armenvierteln, wie sie sich vor der Krankheit schützen können. Ein Hauptproblem bleibe jedoch der akute Trinkwassermangel, betont Justine Lungu.

In den SOS-Kinderdörfern Waterfalls/Harare, Bindura and Bulawayo blieben die Mädchen und Jungen von der Epidemie bislang verschont. Da sich jedoch alle drei Dörfer in Gebieten befinden, in denen die Cholera ausgebrochen ist, wurden Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So haben Krankenschwestern SOS-Mütter- und -Kinder über Ansteckungsgefahren aufgeklärt. Wasser wird stets abgekocht bzw. chemisch desinfiziert. Sollten SOS-Kinder erkranken, so ist ihre medizinische Versorgung sichergestellt.

Da in Simbabwe gerade Ferienzeit ist, sind die fünf SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und drei SOS-Kindergärten bis Mitte Januar geschlossen. Bereits vor Ferienbeginn wurden dort Kinder, Lehrer und Erzieher über Ansteckungsgefahren informiert. In den Kindergärten geschah dies besonders intensiv - denn gerade bei kleinen Kindern kann Cholera schnell zum Tod führen.
Für Interviews steht Justine Lungu von den SOS-Kinderdörfern in Simbabwe zur Verfügung.

München, 5.12.2008

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