Flüchtlingskinder brauchen besseren Schutz

SOS-Kinderdörfer weltweit und SOS-Kinderdorf richten Petition an Bundesregierung

1.12.2015, München - In einer gemeinsamen Petition machen die deutschen Kinderhilfsorganisationen SOS-Kinderdörfer weltweit und SOS-Kinderdorf e.V. auf die dringende Notwendigkeit des besonderen Schutzes von Flüchtlingskindern aufmerksam.

Seit Jahresbeginn suchen immer mehr Kinder und Familien in Europa Zuflucht. Allein in Deutschland stieg die Zahl der unbegleiteten Flüchtlingskinder auf 30.000 dramatisch an, wie die Bundesregierung im November mitteilte. Im Vorjahr waren es demnach an die 8.000. Die kindgerechte Unterbringung, Versorgung und Betreuung von begleiteten und unbegleiteten Flüchtlingskindern in Herkunfts- und Transitländern sowie in Deutschland müssen in der nationalen und europäischen Flüchtlingspolitik absolute Priorität erhalten, fordern die Kinderhilfsorganisationen.

Wenn Kinder und Jugendliche in Deutschland ankommen, ist mehr als nur die bloße Unterbringung gefordert: „Oftmals haben Kinder in ihrem Herkunftsland und auf der Flucht Erfahrungen gemacht, mit denen sie nicht allein gelassen werden dürfen. Dafür brauchen sie Hilfe. Kinder müssen in Unterkünften untergebracht sein, die auch für sie geeignet sind. Sie brauchen Schutz vor Übergriffen, Privatsphäre und eine kindgerechte Umgebung“, erklärt Prof. Dr. Johannes Münder, Vorstand von SOS-Kinderdorf. „Hier müssen Bund, Länder und Gemeinden dringend nachbessern, kinder- und familiengerechte Unterkünfte sowie psychologische und medizinische Betreuungsangebote bereitstellen.“

Gleichzeitig ist ein besserer Schutz der Flüchtlingskinder schon während der Flucht unabdingbar: „Wir beobachten, dass Flüchtlinge in den Transitländern der Balkanroute bei jeder Witterung ungeschützt im Freien ausharren müssen, weil es keine Unterbringungsmöglichkeiten gibt. Schließen Grenzen, ist das gerade jetzt im Winter für Kinder lebensbedrohlich“, sagt Wilfried Vyslozil, Vorstandsvorsitzender der SOS-Kinderdörfer weltweit. „Hier muss besonderes Augenmerk auf das Wohl der Kinder gelegt werden. Zudem muss in den Herkunftsländern die Hilfe trotz des Krieges über die pure Sicherung des Überlebens hinausgehen, um Kinder vor körperlichen und seelischen Schäden zu schützen!“

Die beiden Schwester-Organisationen appellieren daher an die Bundesregierung: Flüchtlingskinder benötigen besonderen Schutz. „Es liegt in unser aller Verantwortung, für das Wohl von Kindern zu sorgen. Denn Integration kann nur gelingen, wenn bereits in den Übergangsunterkünften Kinder vielfältig unterstützt werden, sei es medizinisch, bei der Aufarbeitung der Erlebnisse und auch mit Bildungsangeboten“, sind sich die Vorstände einig.

Angesichts der vielen Menschen, die seit Sommer 2015 vor Krieg und Unsicherheit fliehen, haben die SOS-Kinderdörfer ihre Programme in Syrien, in den Transitstaaten und in Deutschland und Österreich massiv ausgeweitet. Die Angebote reichen von der Unterbringung von Familien und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland, über Sprachkurse bis hin zu psychologischer Hilfe in Syrien und materieller Nothilfe an den Grenzen der Transitländer.

 
Weitere Informationen:

www.sos-petition.de

Einen sendefertigen Beitrag können Radiosender auf der Website von Medienkontor gratis herunterladen:

http://www.medienkontor-audio.de/beitraege/sos-kinderdoerfer

1.12.2015

Internationale Projekte und Einrichtungen

Louay Yassin                                                                    
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Deutsche Projekte und Einrichtungen

Carolin Mauz
Pressesprecherin
SOS-Kinderdorf e.V.
Tel: 089/12606-441
E-Mail: carolin.mauz@sos-kinderdorf.de
www.sos-kinderdorf.de