Gewalt in Burundi eskaliert: SOS-Jugendlicher stirbt durch Polizeikugel

SOS-Kinderdörfer warnen vor Genozid in Burundi

25.11.2015, Bujumbura - Die eskalierende Gewalt in Burundi hat nun auch das Leben eines ehemaligen SOS-Kindes gefordert. Dies teilten die SOS-Kinderdörfer weltweit in München mit. Der 27-jährige Cyrile sei in Bujumbura von Polizisten erschossen worden. "Wir sind entsetzt über Cyriles sinnlosen Tod", erklärt der Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, Louay Yassin.

Nach Angaben der Hilfsorganisation war der Student, der im SOS-Kinderdorf in Bujumbura aufgewachsen war, in der Nacht zum Mittwoch mit Freunden in einer Bar. In der Nachbarschaft kam es immer wieder zu Schusswechseln. Als sich die jungen Leute bei einer Feuerpause entschlossen, die Bar zu verlassen, wurden sie von der Polizei gestoppt. Laut Augenzeugenberichten hob der 27-jährige Cyrile sofort die Arme, um zu zeigen, dass er unbewaffnet war. Dennoch wurde der Student von einem Polizisten angeschossen und starb noch am Ort des Geschehens.

Der Vorfall sei ein weiteres Indiz dafür, dass sich die politisch motivierte Gewalt in dem Land ausweite und drohe, den ethnischen Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutu und Tutsi erneut aufflammen zu lassen, warnten die SOS-Kinderdörfer. Eine weitere Eskalation ließe einen Genozid wie schon 1972 und 1993 befürchten. Dies müsse dringend durch ein Eingreifen der AU und UN verhindert werden, so die Hilfsorganisation, die seit 1979 in Burundi tätig ist.

München, 25.11.2015

Weitere Informationen:

Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de