Im Niger droht Hungerkrise: SOS-Kinderdörfer starten Hilfsprogramm für 10.000 Kinder

17.03.10 - Im Niger bahnt sich eine Hungerkrise an, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung bedroht. Die SOS-Kinderdörfer in dem westafrikanischen Staat starten ein Hilfsprogramm, um 10.000 Kindern und deren Familien beizustehen.

Der Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt und wurde zuletzt 2005 von einer Hungerkatastrophe heimgesucht. Im vergangenen Jahr fiel die Regenzeit in dem Wüstenstaat besonders kurz aus, was zu drastischen Ernteausfällen führte. Die Vorräte reichen daher nicht bis zur nächsten Ernte im Herbst, und immer mehr Menschen leiden bereits jetzt unter dem zunehmenden Nahrungsmangel. Der Niger steht somit vor einer Hungerkrise, die nach UN-Schätzungen über 7,8 Millionen Menschen bedroht.

"2005, als die letzte Hungerkatastrophe im Niger unzählige Kinderleben forderte, hat die Welt frühzeitige Warnungen viel zu lange ignoriert", sagt Dr. Wilfried Vyslozil, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer weltweit. "Damit sich eine derartige Katastrophe nicht wiederholt, gilt es jetzt zu handeln - und genau das tun die SOS-Kinderdörfer im Niger, um Kindern und Familien rechtzeitig und nachhaltig zu helfen."

Die SOS-Kinderdörfer im Niger starten ihr Hilfsprogramm in der Region um Tahoua, wo die Menschen von der Hungerkrise besonders bedroht sind. Ausgangspunkt der Hilfsaktion, die von März bis September 2010 dauern wird, ist das SOS-Kinderdorf in Tahoua, zu dem ein SOS-Sozialzentrum mit einer Krankenstation gehört.

Das SOS-Hilfsprogramm wird 10.000 Kinder und deren Familien unterstützen, die besonders bedürftig sind. Es handelt sich um Familien, in denen Elternteile gestorben sind (z.B. aufgrund von HIV/Aids), alleinerziehende Frauen sowie Familien mit behinderten Kindern. SOS-Mitarbeiter werden Familien mit Lebensmitteln und unterernährte Kinder medizinisch versorgen. Um den Menschen in der Region nachhaltig zu helfen, werden die SOS-Kinderdörfer in den örtlichen Gemeinden Getreidespeicher zur Vorratshaltung einrichten. Diese sollen von Selbsthilfe-Komitees aus den jeweiligen Gemeinden verwaltet werden. Außerdem werden die SOS-Kinderdörfer Bauern und Gemeinden im Kampf gegen die Bodenerosion unterstützen, z.B. durch den Bau von Terrassenfeldern oder den Ankauf von schnell wachsendem Saatgut.

Im Niger gibt es zwei SOS-Kinderdörfer, eine SOS-Jugendeinrichtung sowie jeweils zwei SOS-Kindergärten, SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und SOS-Sozialzentren (davon eines mit integriertem medizinischem Zentrum). Ein drittes SOS-Kinderdorf ist im Bau. Während der Hungerkatastrophe 2005 leisteten die SOS-Kinderdörfer im Niger Nothilfe.

München, 17.03.2010

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