Haiti: Hilfe nach Hurrikan "Matthew"

Mehr als 4 Millionen Kinder von der Naturkatastrophe betroffen

Die Stadt Les Cayes hat der Wirbelsturm unter Wasser gesetzt. Foto: Francois Arrol / Wilfrid St. Felix
Im Süden des Landes wütete der Hurrikan am schlimmsten, unzählige der dort lebenden Haitianer stehen vor dem Nichts.  Foto: Francois Arrol / Wilfrid St. Felix

Am 4. Oktober 2016 wurde Haiti erneut von einer schrecklichen Naturkatastrophe erschüttert: Wirbelsturm "Matthew" fegte mit über 200 km/h über die Insel. Vor allem der Südwesten des Landes wurde stark getroffen. 1000 Menschen wurden getötet, über 60.000 mussten evakuiert werden, mindestens 750.000 Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

Starkregen hat zu schweren Überschwemmungen geführt und aufgrund des Mangels an sauberem Trinkwasser sind die Cholera-Fälle drastisch angestiegen. Besonders Kinder sind von der tödlichen Durchfallerkrankung gefährdet.

Der Hurrikan hat etwa 80% der Ernte vernichtet, daher werden die Lebensmittel knapp und die Preise steigen. Den Menschen droht eine Hungersnot. Weite Teile des Landes sind außerdem ohne Stromversorgung oder aufgrund von Erdrutschen nicht erreichbar, weil Räumfahrzeuge fehlen, um Straßen passierbar zu machen.

Katastrophe trifft die Ärmsten

Haiti gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Viele Familien leiden wirtschaftlich noch immer unter den Folgen des schweren Erdbebens von 2010. Unzählige leben nach wie vor in Zelten oder notdürftig errichteten Hütten. Deshalb stehen viele von ihnen jetzt vor dem Nichts, obwohl es diesmal ein Frühwarnsystem gab und Regierung und lokale Hilfsorganisationen (darunter auch SOS-Kinderdorf Haiti) bereits im Vorfeld Maßnahmen koordiniert hatten. Doch vor der Naturgewalt gab es für unzählige Menschen trotzdem kein Entrinnen.

Hilfe für Kinder in Haiti

Nach dem verheerenden Wirbelsturm in Haiti brauchen Kinder und Familien dringend Hilfe. Spenden Sie jetzt!

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SOS-Nothilfe für Kinder und Familien

SOS-Helfer verteilen Lebensmittel in der Umgebung von Les Cayes. Foto: M. Eliscar Getro

SOS hat seine Nothilfe in den betroffenen Gebieten bereits gestartet. Die Hilfsleistungen umfassen:

  • Verteilung von Lebensmittelpaketen, sauberem Wasser und Hygieneartikeln.
  • Einrichten von Nothilfe-Kindertagesstätten (Child friendly spaces), wo Kinder geschützt sind, spielen können, warme Mahlzeiten bekommen und psychologisch betreut werden.
  • Reparaturarbeiten an den Dächern der SOS-Schule, der SOS-Familienhäuser und den drei Gebäuden des SOS-Sozialzentrums in Les Cayes.
  • Instandsetzung der Schäden an den öffentlichen Schulen in Sudre, Leger, Guilgaud und Tellier, deren Renovierungen SOS bereits 2010 nach den Zerstörungen durch das Erdbeben übernahm.
  • Im SOS-Kinderdorf Santo sollen außerdem bald Familien untergebracht werden, die durch den Hurrikan obdachlos geworden sind.

SOS-Mitarbeiter gehen davon aus, dass auf längere Sicht weitere Unterstützung benötigt wird.

SOS-Kinderdorf Les Cayes – Kinder wohlauf, jedoch Dächer beschädigt

Das Dach der SOS-Schule in Les Cayes wurde stark beschädigt. Foto: Francois Arrol / Wilfrid St. Felix

Zwei der drei SOS-Kinderdörfer des Landes haben den Sturm weitgehend unbeschadet überstanden. Alle SOS-Kinder, -Mütter und -Mitarbeiter sind wohlauf. Die Stadt Les Cayes jedoch ist stark betroffen: Auch einige Häuser im SOS-Kinderdorf und die SOS-Schule in Les Cayes wurden überschwemmt und Dächer wurden beschädigt. SOS-Teams sind bereits vor Ort, um das Ausmaß der Schäden zu eruieren und die erforderlichen Reparaturarbeiten schnellstmöglich einzuleiten.

 

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