SOS-Jugendeinrichtungen

Wenn aus SOS-Kindern Jugendliche werden, dann ziehen sie um: in die Jugendwohneinrichtung des SOS-Kinderdorfs. Dort wohnen Teenager ab dem 14. Lebensjahr, während sie sich auf den Schritt ins Erwachsenleben vorbereiten. Betreuer begleiten und unterstützen sie dabei.

Beim Kochen: Jugendliche und eine Betreuerin in der SOS-Jugendeinrichtung in Kambodscha
Beim Kochen: Jugendliche und eine Betreuerin in der SOS-Jugendeinrichtung Siem Reap, Kambodscha.
Der Umzug der Jugendlichen in die Jugendwohneinrichtung geht meist mit dem Beginn einer Berufsausbildung oder dem Wechsel an eine weiterführende Schule einher. Sie werden von Sozialpädagogen und psychologischen Mitarbeitern betreut. Diese begleiten und unterstützen die Jugendlichen bei ihrer Suche nach Identität, nach einem beruflichen Weg und einem Platz in der Gesellschaft.

Manche Jugendhäuser befinden sich im direkt SOS-Kinderdorf, andere sind wenige Gehminuten entfernt, und wieder andere befinden sich in der benachbarten Stadt, wo Jugendliche aus mehreren SOS-Kinderdörfern zusammen wohnen und wo es leichter ist, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Um den Jugendlichen die Verselbständigung zu erleichtern, werden verstärkt SOS-Jugendwohngemeinschaften gebildet. Dort leben maximal 14 Jugendlichen mit einem Betreuer zusammen. Den Tagesablauf gestalten die Bewohner gemeinsam, wobei die Jugendlichen nach persönlichen Möglichkeiten in die Verantwortung eingebunden werden.

Berufliche Integration und Starthilfe

Zwei Teenager in der SOS-Jugendeinrichtung Addis Abeba beim Algebra lernen.
Zwei äthiopische SOS-Jugendliche lernen Algebra. In den Jugendeinrichtungen wohnen die Teenager, während sie eine Berufsausbildung absolvieren oder eine weiterführende Schule besuchen.
Eine gute Ausbildung bietet zwar keine Garantie für eine erfolgreiche Integration in die Berufswelt, aber sie erhöht die Chancen darauf wesentlich. Aus diesem Grund nimmt die Unterstützung bei der Wahl einer guten Ausbildung viel Raum ein, insbesondere während der Betreuungsphase in einer SOS-Jugendwohneinrichtung. Systematisch wird für eine adäquate Berufsberatung gesorgt, werden Arbeitsmöglichkeiten für die Jugendlichen ausfindig gemacht und Kontakte mit Partnern aus der Wirtschaft geknüpft und gepflegt. 

Die Begleitung der jungen Frauen und Männer aus dem SOS-Kinderdorf geht aber noch weiter, nämlich im Rahmen der sogenannten "Starthilfe". Sie besteht in der grundsätzlichen Bereitschaft der SOS-Kinderdörfer, diejenigen mit Rat und Tat zu unterstützen, die aus eigener Initiative ein Projekt zur Sicherung ihrer Lebensgrundlage realisieren möchten. So ist die Gewährung von Soft Loans (Kredite mit günstigem Zinssatz und flexibler Tilgung) eine konkrete Hilfe für diejenigen, die Kleinunternehmen (Handwerksbetriebe, Landwirtschaften, Dienstleistungsbetriebe) aufbauen wollen.

Im Fall des Falles...

...bieten die SOS-Kinderdörfer eine Nachbetreuung an. In dieser letzten Betreuungsphase wird der weitere Weg des jungen Erwachsenen aus einer größeren Distanz begleitet. Die Nachbetreuung sichert den letzten Schritt des jungen Menschen in die Selbständigkeit ab, um eine "gesunde Loslösung" vom SOS-Kinderdorf zu ermöglichen. Die SOS-Kinderdörfer haben ihr Ziel erreicht, wenn der junge Erwachsene selbständig und eigenverantwortlich sein Leben in die Hand nimmt.