SOS-Kinderdorf Huambo

Huambo ist Standort des dritten SOS-Kinderdorfs in Angola. Obwohl mittlerweile Frieden im Land eingekehrt ist, ist es für die Bevölkerung weiterhin ein täglicher Kampf, nach dem Bürgerkrieg wieder in die Normalität zurückzukehren. Seit 2008 betreiben wir Familienstärkungsprogramme in Huambo und haben seither unsere Aktivitäten stetig ausgeweitet, um die gefährdetsten Mitglieder der Bevölkerung zu unterstützen.

Fehlende soziale Infrastruktur


Kinder aus Huambo (Foto: B. Dimbleby)

Huambo liegt rund 600 Kilometer südöstlich der angolanischen Hauptstadt Luanda und ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Provinz Huambo war eine der am stärksten vom Bürgerkrieg betroffenen Provinzen; die Infrastruktur wurde zerstört und viele Zivilpersonen getötet oder gezwungen, das Gebiet zu verlassen.

Erst nach Ende des Krieges im Jahr 2002 wurde die Infrastruktur langsam wieder aufgebaut, jedoch nur mit schleppendem Fortschritt. Traditionell war zwar die Subsistenzlandwirtschaft für das Überleben der Menschen hier wichtig, doch Landminen aus dem Bürgerkrieg haben diese Tätigkeit in den letzten Jahren erheblich eingeschränkt.

Angola durchläuft gerade einen beschleunigten Urbanisationsprozess, und Huambo ist keine Ausnahme. Viele der Menschen, die nach Huambo kommen, leben in der Peripherie der Stadt, wo es keine öffentlichen Leistungen wie Trinkwasser, Abwasser und Müllentsorgung, geschweige denn Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen gibt. Viele Familien kämpfen in diesen neuen Umständen täglich ums Überleben.

Auch die Kinder bekommen die Folgen dieses neuen sozialen, politischen und ökonomischen Umfeldes zu spüren. Tausende von ihnen sind unterernährt, viele haben wichtige Familienmitglieder im Bürgerkrieg oder durch HIV/AIDS verloren. Kinder, die die Fürsorge ihrer Eltern verloren haben, wurden früher im weiteren Familienkreis von Verwandten aufgenommen. Doch heute fällt es vielen Familien schwer, ihre eigenen Kinder zu ernähren und sie können die Verantwortung für weitere Kinder einfach nicht auf sich nehmen. Ungefähr die Hälfte der Kinder Angolas erhält keinerlei Bildung und der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen ist beschränkt.

Familien und Kinder in der Region unterstützen

SOS-Kinderdorf ist seit den späten Achtzigerjahren in Angola tätig. In Huambo haben wir die lokalen Behörden für unseren Zweck gewinnen können, um die Unterstützung, die wir der Bevölkerung hier bieten, auszuweiten. Obwohl die Wirtschaftslage des Landes sich langsam bessert, spüren noch nicht alle Einwohner den Nutzen und das Land liegt weiterhin unter den letzten Zehn, was sozioökonomische Indikatoren betrifft. Der lange Krieg der letzten Jahrzehnte sowie die Vielzahl der an HIV/AIDS leidenden Menschen hat zu einer steigenden Anzahl derer, die unsere langfristige Unterstützung brauchen, geführt.

Unsere Arbeit in Huambo


Kinder und Frauen aus der Umgebung (Foto: B. Dimbleby)
Die Arbeit von SOS-Kinderdorf in Huambo beinhaltet eine Vielfalt an Programmen zur Unterstützung der örtlichen Bevölkerung. Seit 2008 bietet das Familienstärkungs-programm jenen Familien Unterstützung, in denen Kinder Gefahr laufen, die Fürsorge ihrer Eltern zu verlieren. Angesichts der hohen HIV/AIDS-Rate in der Region ist es einer der Schwerpunkte unserer Arbeit, Familien, die von der Krankheit betroffen sind, zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit offiziellen und lokalen Einrichtungen zielt das Programm darauf ab, Kindern den Zugang zu grundlegenden Bildungs-, Ernährungs- und Gesundheitsleistungen zu sichern. Wir helfen auch Müttern und Vätern indem wir ihnen Beratung in Sachen Kindererziehung und Einkommensbildung anbieten.

Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in einer der zwölf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause, wo sie fürsorglich von ihrer SOS-Mutter betreut werden. Im SOS-Kinderdorf Huambo gibt es auch einen Kindergarten und eine Grundschule, die von Kindern aus dem Kinderdorf und aus der Umgebung besucht werden. Als wir den Kindergarten hier eröffneten, gab es keinerlei Tagesbetreuung, wo Kinder versorgt werden, während die Eltern arbeiten oder eine Ausbildung machen. Der Kindergarten bietet auch wesentliche Vorschulerziehung, um die Kinder auf die Schule vorzubereiten. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule bietet 600 Kindern eine Grundschulbildung.




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