SOS-Kinderdorf Bukavu

SOS-Kinderdorf setzt sich in dieser gebeutelten Region des Landes seit 1989 für die Unterstützung notleidender Kinder ein.

 

Kindheit überschattet von Krieg und Armut

SOS-Kinderdorf gibt Kindern in Not ein liebevolles Zuhause (Foto: SOS Archiv)SOS-Kinderdorf gibt Kindern in Not ein liebevolles Zuhause (Foto: SOS-Archiv)Die dichtbevölkerte Stadt Bukavu liegt nahe der Grenze zu Ruanda im Ostteil der Demokratischen Republik Kongo. Sie ist die Hauptstadt der Provinz Süd-Kivu und malerisch an den Hängen des Kivu-See gelegen. Hinter der idyllischen Landschaft verbirgt sich jedoch einer der blutigsten Schauplätze bewaffneter Konflikte der jüngsten Geschichte.

Die Region musste zahlreiche von Menschenhand verübte Greueltaten erleben und gilt außerhalb der Städte für Reisende immer noch als äußerst gefährlich. Milizen verbreiten nach wie vor Angst und Schrecken in den Straßen und auf dem Land. Manche von ihnen stammen aus den Nachbarländern Ruanda oder Uganda.

Die Armut ist in Bukavu allgegenwärtig. Aufgrund des Mangels an Bauland leidet die Stadt in großem Maß an Überbevölkerung. Während der langen Jahre des Konflikts wurden besonders Frauen und Kinder in Mitleidenschaft gezogen, und die Zahl der Kinder, die auf sich allein gestellt sind, ist erschreckend hoch. Jahrzehntelang wurden viele Kinder aus der Region als Kindersoldaten zwangsrekrutiert, und aufgrund der erlittenen Traumata gestaltet sich die Wiedereingliederung der Überlebenden in die Gesellschaft als problematisch.

Wenn sie schutzlos zurückbleiben, müssen viele Kinder in den Straßen um Nahrung betteln und Gelegenheitsarbeiten verrichten oder werden in Verbrechen und Prostitution verstrickt. Aufgrund der Unruhen der letzten Jahrzehnte war auch die Eindämmung von HIV/AIDS äußerst schwierig. Immer mehr Eltern können aufgrund ihrer Erkrankung ihre Kinder nicht mehr ausreichend versorgen. Viele Kinder sind bereits selbst mit HIV/AIDS infiziert.

Dringender Handlungsbedarf, um die Situation Tausender Kinder zu verbessern

SOS-Kinderdorf ist seit 1989 in Bukavu tätig, und die Zahl der Kinder, die vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht sind oder sie bereits verloren haben, ist nach wie vor beunruhigend hoch. In jüngster Zeit hat unsere Organisation ihre Bemühungen verstärkt, um von Zerrüttung bedrohten Familien zu helfen und die familiären Bindungen zu festigen, damit mehr Kinder bei ihrer eigenen Familie aufzuwachsen können.

Wir setzen uns auch dafür ein, Lösungen für die große Zahl von verwaisten oder schutzlosen Kindern zu finden und zu unterstützen, die in unseren SOS-Familien kein neues Zuhause finden können. Solange die Region keine nachhaltige Entwicklung erfährt und Stabilität einkehrt, wird der Bedarf an Unterstützung für notleidende Kinder enorm bleiben. Die Bevölkerungszahlen der Demokratischen Republik Kongo steigen weiter an. Schätzungen zufolge machen Kinder unter fünfzehn Jahren knapp die Hälfte der heutigen Bevölkerung aus.

Unsere Arbeit in Bukavu

 

Mütter und ihre Babys werden im SOS-Medizinisches Zentrum geimpft (Foto: SOS-Archiv)Der beste Ort für das Aufwachsen eines Kindes ist eine Familie, in der es Liebe und Respekt erfährt. Deshalb ist die Familienstärkung für SOS-Kinderdorf so wichtig.

Bis zu 150 Kinder ohne elterliche Fürsorge werden in 15 SOS-Familien in Bukavu liebevoll betreut. Sie können zur Schule gehen und später eine Berufsausbildung oder ein Studium absolvieren. Wenn die Kinder in den SOS-Familien heranwachsen, wechseln sie in das SOS-Jugendprogramm und werden auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereitet, bis sie ihre Ausbildung oder ihr Studium beenden. Es ist für uns von großer Bedeutung, junge Menschen solange zu unterstützen, wie sie unsere Hilfe benötigen.

SOS-Kinderdorf bietet in Bukavu ein vielfältiges Leistungsangebot für die lokale Bevölkerung und die Kinder in den SOS-Familien. Die Mehrheit der Kinder im SOS-Kindergarten und der Grundschule von SOS-Kinderdorf stammt aus der umliegenden Gemeinde. Hier haben Kinder die Chance auf eine positive Lernumgebung - das ist in dieser Region keine Selbstverständlichkeit. Im SOS-Berufsbildungszentrum können junge Erwachsene aus den SOS-Familien und der umliegenden Gemeinde beispielsweise den Beruf des Maurers oder des Tischlers sowie verschiedene Büroberufe erlernen.

Das SOS-medizinische Zentrum in Bukavu bietet jedes Jahr Tausenden von Menschen medizinische Versorgung und bietet den Frauen aus der Umgebung die Möglichkeit einer Entbindung in der Obhut medizinischer Fachkräfte, die sich um sie und ihre Neugeborenen kümmern.

In unserem Sozialzentrum setzen wir uns für die Stärkung gefährdeter Familien in Bukavu ein, damit sie sich selbst versorgen können. Dazu zählen Mikrokredite, Berufsbildungsmaßnahmen für Eltern und Betreuungspersonen oder auch Nahrungsmittelpakete und Medikamente. Durch den Kindergarten und die Schule können Eltern zur Arbeit gehen und wissen ihre Kinder in guten Händen. Darüber hinaus tragen die Bildungsangebote für Kinder dazu bei, ihnen und ihren Familien langfristig die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben. 

 

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