SOS-Kinderdörfer in Gambia

Wie die SOS-Kinderdörfer in Gambia helfen

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Gambia in den 80er Jahren. Aufgrund der Verarmung vieler gambischer Familien nahm die Zahl der Kinder, die ohne elterliche Fürsorge aufwachsen und für sich selbst sorgen mussten, stetig zu. Häufige Naturkatastrophen erschweren zusätzlich die Lebensbedingungen der ärmsten Teile der Bevölkerung dieses kleinen afrikanischen Landes.

SOS-Ausbildungszentrum (Foto: C. Lesske)

Die Republik Gambia liegt in Westafrika. Gambia ist eins der kleinsten Länder Afrikas. Die Gesamtbevölkerung beträgt lediglich 1,7 Millionen, von denen ca. 440 000 in der Hauptstadt Banjul leben.

Gambia wird fast überall vom Senegal umgrenzt, abgesehen von einem ca. 80 km langen Küstenstreifen im Westen entlang des Atlantischen Ozeans.

Der Gambia-Fluss, nach dem das Land benannt worden ist, verläuft durch das ganze Land. Bis zum Jahr 1965, als die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich erklärt wurde, war Gambia eine britische Kronkolonie unter dem Namen “Britisch-Gambia”, und gambische Truppen kämpften im Zweiten Weltkrieg sogar an der Seite der Alliierten in Asien.

Seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1965 war Gambia trotz des unblutigen Militärputsches im Jahr 1994, in dem die gewählte Regierung gestürzt wurde, von relativer politischer Stabilität gekennzeichnet. Nach dem Staatsstreich trat eine neue Verfassung in Kraft, und 1996 fanden die nächsten Präsidentschaftswahlen statt, womit das Land wieder eine zivile Herrschaft bekam. Gambia zeichnet sich durch eine beeindruckende ethnische Vielfalt aus. Den verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen ist es größtenteils gelungen, im Laufe der Jahre ihre eigenen Sprachen und Traditionen zu bewahren.

Neben der offiziellen Landessprache, dem Englischen, sind die Stammessprachen Mandinka, Wolof und Fula weit verbreitet. Die vorherrschende Religion ist der Islam, jedoch gibt es auch kleine Gemeinden von Christen und Buddhisten. In Gambia leben viele Menschen von der Selbstversorgung, da in diesem relativ kleinen Land kaum andere natürliche Ressourcen zu finden sind. Erdnüsse sind das Hauptexportgut des Landes.


SOS-Kindergarten (Foto: L. Willot)

Wie auch in vielen anderen afrikanischen Nationen ist die Bevölkerung in Gambia sehr jung; ca. 40 Prozent der Gambier sind jünger als 14 Jahre. Die Auswirkungen der Armut auf den jüngsten Teil der Bevölkerung in Gambia sind dramatisch.

Ungefähr ein Viertel aller Kinder in Gambia müssen Kinderarbeit verrichten, weil sie aufgrund der wirtschaftlichen Not ihrer Familien dazu gezwungen sind. Arme Kinder in Gambia gehen selten regelmäßig zur Schule, nehmen nur wenige Jahre am Unterricht teil und leiden häufiger an Mangelernährung und ansteckenden Krankheiten. Viele dieser Kinder erleben niemals eine wirkliche Kindheit, vor allem diejenigen, welche in alleinerziehenden Haushalten aufwachsen. Lediglich 67 Prozent aller Kinder im schulpflichtigen Alter werden in Gambia eingeschult.

Zehntausende junger Mädchen werden in Gambia nach wie vor Opfer genitaler Verstümmelung. Diese Praxis ist in diesem Land immer noch weit verbreitet. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass diese grausamen Taten für die Mädchen nachhaltige physische und psychische Gesundheitsrisiken nach sich ziehen; dazu zählen Unfruchtbarkeit, Harninkontinenz, verschiedene Infektionen und schwere Komplikationen bei der Entbindung. Im Vergleich zu vielen anderen afrikanischen Staaten ist die HIV-Prävalenzrate in Gambia relativ niedrig.

Nichtsdestotrotz gibt es bestimmte Regionen, in denen HIV/AIDS vor allem für die weibliche Bevölkerung ein anhaltendes Gesundheitsproblem darstellt. Frühe sexuelle Aktivität und Eheschließungen in jungen Jahren - auch Zwangsehen - sind ein Mitgrund dafür, dass Mädchen die größte Gruppe von HIV-Infizierten in Gambia darstellen.

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