SOS-Kinderdorf Tema

Obwohl die Wirtschaft Ghanas selbst während der globalen Finanzkrise relativ stabil geblieben war, haben sich die Lebensbedingungen weiter Teile der Bevölkerung dieses aufstrebenden Landes bislang nicht gebessert. Zahlreiche Kinder sind auch heute noch dringend auf Bildung und Unterstützung angewiesen.

Tema ist nach wie vor eine Stadt mit einer tiefen sozialen Kluft



Junge aus der Nachbarschaft (Foto: J. Lugtigheid )

Tema liegt an der Atlantikküste von Ghana und hat etwa 300 000 Einwohner. Die Stadt verfügt über den wichtigsten Seehafen des Landes, eine Erdölraffinerie und andere größere Industrieanlagen. Tema wurde in den 1950er Jahren als moderne Planstadt gebaut und bot damals viele Vorzüge.


Seit den 1960er Jahren sind Tausende Menschen aus dem ganzen Land auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen nach Tema gezogen. Die Stadt konnte jedoch nicht mit dem Bevölkerungswachstum mithalten; es fehlt an angemessenem Wohnraum und anderen Leistungen der Grundversorgung.

Die soziale Kluft ist sehr tief: direkt neben der Planstadt Tema Township mit ihrer gut ausgebauten Infrastruktur ist Tema Newtown entstanden. Hier siedeln sich bis heute die Zuwanderer aus anderen Landesteilen an. Tema Newtown wird auch als „arme Cousine“ von Tema Township bezeichnet. Hier fehlt es an Infrastruktur, menschenwürdigen Behausungen, sanitären Einrichtungen, Abwassersystemen und Müllentsorgung. Unter diesen prekären Umständen können Tausende Eltern nicht ausreichend für ihre Familien sorgen.

Unzählige Kinder müssen - beispielsweise in der Fischindustrie - Kinderarbeit verrichten, um zum Haushaltseinkommen beizutragen. Viele von ihnen besuchen keine Schule und haben daher als Erwachsene kaum Chancen auf eine formelle Beschäftigung und ein geregeltes Einkommen.

Ganzheitliche und nachhaltige Unterstützung für Familien in Not

Das erste SOS-Kinderdorf Ghanas wurde 1974 in Tema eröffnet. Heute leiten die SOS-Sozialzentren in Tema ein Familienstärkungsprogramm für die notleidende Bevölkerung. Wir sorgen dafür, dass Kinder Nahrung, Bildung und medizinische Versorgung erhalten, helfen Eltern bei der Einkommensförderung und stärken die gemeindebasierten Unterstützungsangebote für notleidende Kinder und Familien.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Familienstärkungsprogrammes ist die Aufklärung über HIV/AIDS und die Hilfe für die Betroffenen durch Nahrung, Medikamente, Schulstipendien oder die Bildung von Selbsthilfegruppen. In der Kindertagesstätte der Sozialzentren können erwerbstätige Eltern und alleinerziehende Mütter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen, während sie ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Darüber hinaus werden im SOS-medizinischen Zentrum jedes Jahr bis zu 1500 Patienten aus der Gemeinde betreut, die sich sonst keine medizinische Versorgung leisten könnten. Hier werden sowohl ansteckende als auch nicht infektiöse Krankheiten behandelt.

Unsere Arbeit in Tema


Wir wachsen zusammen in Tema auf. (Foto: J. Lugtigheid )

Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 15 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Der SOS-Kindergarten steht sowohl Kindern aus dem Kinderdorf als auch aus der Gemeinde offen. Der Unterricht erfolgt nach der Montessori-Methode, und es gibt ein eigenes Klassenzimmer für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Später besuchen sie die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, in der über 700 SchülerInnen in der Primär- und Sekundarstufe unterrichtet werden. Darüber hinaus leiten wir ein Internationales College für hochbegabte und hochmotivierte junge Menschen aus ganz Ghana, in dem StudentInnen einen international anerkannten akademischen Abschluss erlangen können.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Hier können sie sich unter der Aufsicht qualifizierter Fachkräfte auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten.

In Tema gibt es auch ein SOS-Schulungszentrum, in dem bis zu 230 angehende SOS-Mütter und MitarbeiterInnen umfassend ausgebildet und auf ihre wichtige Rolle innerhalb der Organisation vorbereitet werden.

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