SOS-Kinderdorf Bissau

In einem der ärmsten Länder der Welt leiden immer noch viele Menschen an extremer Armut: die Kindersterblichkeitsraten steigen weiter dramatisch an, und viele Kinder leiden in der Hauptstadt von Guinea-Bissau an Unterernährung, Cholera und Hepatitis. Obwohl die Regierung wichtige Schritte zum Kinderschutz unternommen hat, werden nach wie vor die Rechte vieler Kinder in Guinea-Bissau verletzt.

Trotz jüngster Anstrengungen bleibt im Bereich der Kinderschutz-Politik in Bissau noch viel zu tun


Junge bei den Hausaufgaben (Foto: C. Ladavicious)
Das SOS-Kinderdorf Bissau liegt in einem Vorort der Landeshauptstadt etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Bissau hat ca. 500 000 Einwohner und leidet ebenso wie das gesamte Land an einem hohen Armutsniveau.

Etwa 17 Prozent aller Frauen über 15 Jahre sind HIV-positiv. Dieser Umstand trägt erheblich zu den unglaublich hohen Kinder- und Müttersterblichkeitsraten des Landes bei. Ca. ein Fünftel der Kinder stirbt bei der Geburt, und die Lebenserwartung des Landes liegt lediglich bei 47 Jahren.
Ungefähr 50 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter gehen in Bissau nicht zur Schule. Viele dieser Kinder können aufgrund der wirtschaftlichen Not keine Schule besuchen. Das Leben auf den Straßen von Bissau kann sehr hart sein. Eine große Zahl von Kindern wird zum organisierten Betteln gezwungen. Andere verkaufen Kleinwaren oder putzen Windschutzscheiben an Verkehrsknotenpunkten, um zum Einkommen ihrer Familie beizutragen. Viele tausend Kinder werden in Guinea-Bissau Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung, Kinderhändlern und kommerzieller sexueller Ausbeutung. Kinder werden besonders häufig von Menschenhändlern aus Guinea-Bissau in den Senegal verschleppt, da die Grenze zwischen den beiden Ländern nur schlecht bewacht ist.

In Bissau ist der Bedarf an langfristigen alternativen Betreuungsangeboten besonders groß

Die Tätigkeit unserer Organisation in Guinea-Bissau begann in den frühen 90er Jahren. Die Regierung von Guinea-Bissau hat bereits eine Reihe von Projekten zur Unterstützung von Kindern in Not durchgesetzt. Nichtsdestotrotz gibt es nach wie vor einen großen Bedarf an langfristigen alternativen Betreuungsangeboten, da Tausende von jungen alleinerziehenden Müttern täglich darum kämpfen, ihre Kinder versorgen zu können und das hohe Armutsniveau häufig zu Kindesvernachlässigung und Kindesaussetzung führt.

Unsere Arbeit in Bissau

Das SOS-Kinderdorf Bissau liegt ganz in der Nähe des Stadtzentrums der Landeshauptstadt und umfasst 12 SOS-Familien, in denen bis zu 120 Kinder mit ihren Geschwistern von ihren liebevollen SOS-Müttern betreut werden.


Stolze SOS-Mutter und ein glückliches Kind (Foto: C. Ladavicious)

Die SOS-Familienstärkungsprogramme stellen eine wichtige Säule unserer Arbeit in Bissau dar. Sie zielen darauf ab, vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohten Kindern das Aufwachsen in ihrer eigenen Familie zu ermöglichen. Viele junge Mütter, die ihre Kinder nicht versorgen konnten, haben unsere Unterstützung gesucht. Sie können jetzt arbeiten und für ihren Unterhalt sorgen, während ihre Kinder in unserer Kindertagesstätte betreut werden. Im SOS-Kindergarten können bis zu 150 Kinder in farbenfrohen Räumen aufgenommen werden. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule setzt sowohl im Bereich der Primär- als auch der Sekundärbildung wichtige Maßstäbe in der ganzen Region. Wir stellen sicher, dass alle unsere Schülerinnen und Schüler eine qualitativ hochwertige schulische Bildung erhalten und dass alle Kinder Englisch als Fremdsprache lernen.

Im SOS-Sozialzentrum bieten wir Beratungsdienste, psychologischen Beistand und medizinische Versorgung für die umliegende Gemeinde und alle Kinder in unserer Obhut. Um die lokale Gemeinde über die Gefahren von HIV/AIDS aufzuklären, führt das SOS-Sozialzentrum häufig Informationsworkshops und Seminare über Themen der öffentlichen Gesundheit durch. Darüber hinaus bieten wir Rechtsbeistand und Informationsveranstaltungen zu Hygiene und Kinderrechten und helfen den Menschen beim Ausbau ihrer elterlichen Kompetenzen. Die teilnehmenden Familien organisieren sich in Familienausschüssen, die Gemeindehäuser und Gemeindezentren betreiben. SOS-Kinderdorf unterstützt diese Aktivitäten durch begleitende Maßnahmen im Rahmen von Schulungen und Förderprogrammen.

Mit der Unterstützung unserer qualifizierten Mitarbeiter entwickeln die Heranwachsenden in den SOS-Jugendeinrichtungen ihre eigenen Zukunftsperspektiven und lernen im Rahmen des betreuten Wohnens, Eigenverantwortung zu übernehmen. Sie nehmen entweder an beruflichen Bildungsmaßnahmen teil oder besuchen eine Hochschule und werden bei der Entwicklung von Teamgeist und der Kontaktpflege mit Freunden und der Familie unterstützt.
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