SOS-Kinderdorf Douala

Kinder sind die schwächsten Glieder der Gesellschaft. In Kamerun werden grundlegende Kinderrechte immer wieder missachtet. Unzählige notleidende Familien brauchen medizinische Versorgung, Bildung und Unterstützung bei der Einkommensförderung.

Tausende Familien leiden an Armut und durch Impfungen vermeidbare Krankheiten


Kinder spielen vor ihrem SOS-Zuhause (Foto: C. Ngo Biyack) 
Douala ist die Hauptstadt der Provinz Littoral und liegt an den Ufern des Wouri-Flusses etwa 30 km von der südlichen Atlantikküste Kameruns entfernt. Douala ist mit knapp 2,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt und durch den größten Hafen des Landes und den internationalen Flughafen auch das wichtigste Wirtschaftszentrum Kameruns. Hier werden alle wichtigen Exportgüter des Landes wie Öl, Kakao, Kaffee, Holz und Früchte gehandelt.

In Douala leben zahlreiche Franzosen und Libanesen, die in der Erdölindustrie beschäftigt sind. Sie genießen einen hohen Lebensstandard und das Nachtleben in den Nobelrestaurants, Kaffeehäusern, Bars und Bistros entlang der Uferpromenade. Douala zählt zu den teuersten Städten in ganz Afrika.

Ganzheitliche und nachhaltige Unterstützung für den Schutz von Kindern

In krassem Gegensatz zu den Reichen der Stadt leben zahlreiche verarmte Menschen in den notdürftigen Baracken der Elendsviertel. Offene Abwasserkanäle fließen an ihren Häusern vorbei. Das Risiko der Ausbreitung ansteckender Krankheiten ist dadurch sehr groß. Douala hat ein rasantes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen: immer mehr Migranten aus den ländlichen Gebieten kommen auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben in die Stadt. Dadurch ist auch die Zahl der verarmten Familien in den Elendsvierteln gestiegen. Viele leben in überfüllten Behausungen, die durch Erdrutsche und Überschwemmungen bedroht sind. Douala hat rund 180 Regentage pro Jahr, und in weiten Teilen der Stadt gibt es keine Entwässerung.

Zahlreiche Menschen haben keine formelle Beschäftigung. Bis zu 74 Prozent der Bevölkerung arbeiten Schätzungen zufolge auf dem informellen Sektor, der nur wenig Sicherheit und niedrige Löhne bietet. Viele Eltern müssen daher lange Stunden arbeiten und haben kaum Zeit für die Betreuung ihrer Kinder. In den schlimmsten Fällen müssen die Kinder selbst arbeiten und zum Haushaltseinkommen ihrer Familien beitragen.

In Douala leben zahlreiche Kinder auf der Straße. Manche wurden aus Nigeria oder anderen Nachbarländern nach Douala verschleppt, um als Hausangestellte zu arbeiten. Andere haben ihre Eltern durch Krankheiten oder HIV/AIDS verloren oder sind aufgrund von schwierigen familiären Verhältnissen und häuslicher Gewalt von Zuhause weggelaufen.

SOS-Kinderdorf unterstützt Familien in Douala, damit sie vor Zerrüttung bewahrt werden und Kinder in einem sicheren Umfeld aufwachsen können.

Unsere Arbeit in Douala


SOS-Familie in Douala (Foto: C. Ngo Biyack)
Das SOS-Kinderdorf Douala wurde im Jahr 2007 eröffnet. Heute leitet das SOS-Sozialzentrum ein Familienstärkungs-programm für die lokale Bevölkerung. Eine pädagogische Fachkraft und ein Sozialarbeiter bieten Beratungen und Orientierungshilfen. Das Sozialzentrum umfasst auch ein kleines SOS-medizinisches Zentrum, in dem die Menschen aus der Gemeinde ärztlich betreut werden und Informationen über Gesundheitsprävention erhalten. Jeden Monat werden hier rund 60 Patienten behandelt.

Bis zu 120 Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in zwölf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft und später die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule, in der etwa 210 SchülerInnen aus dem Kinderdorf und der Gemeinde unterrichtet werden. Dadurch sind die Kinder aus den SOS-Familien bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.
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