SOS-Kinderdorf Kisumu

Kisumu wurde 2006 von den Vereinten Nationen zur ersten Millenniumsstadt der Welt erklärt. Die Bemühungen zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele sind verstärkt worden. Die Maßnahmen umfassen vor allem eine Stadtplanung für die expandierende Bevölkerung und die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen.

Immer mehr Menschen kämpfen auf dem informellen Sektor ums Überleben


SOS-Mütter sind wichtig für die Erziehung den Kinder (Foto: M. Peru). 
Kisumu ist eine Hafenstadt im Westen Kenias und die Hauptstadt der Provinz Nyanza. Das SOS-Kinderdorf liegt am Stadtrand von Kisumu an den Ufern des Victoria-Sees. Die Stadt hat über 400 000 Einwohner und ist aufgrund der großen Zahl von Binnenmigranten, die auf der Suche nach Arbeit nach Kisumu kommen, in stetigem Wachstum begriffen. Trotz des Reichtums an natürlichen Ressourcen sind zahlreiche einst florierende Unternehmen nach Nairobi oder Mombasa abgewandert. Zahlreiche Menschen in der Region leben in Armut und haben nur begrenzten Zugang zu Beschäftigung und Sozialleistungen.

Die meisten Bewohner in der Umgebung von Kisumu leben von der Subsistenzwirtschaft oder vom Fischfang und haben daher kein gesichertes Einkommen. Die Arbeitslosenrate der Stadt ist hoch; viele Menschen arbeiten auf dem informellen Sektor, beispielsweise als Straßenverkäufer. Bis zu 45 Prozent aller Familien in der Region leben von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Die meisten können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Viele Kinder sind unterernährt und leiden an Kleinwüchsigkeit.

Große Zahl kindergeführter Haushalte

In jüngster Zeit sind zahlreiche neue Elendsviertel um das reiche Geschäftszentrum der Stadt entstanden. Viele Gebäude, darunter auch Schulen und Kindertagesstätten, sind in einem desolaten Zustand. In Kisumu herrscht Trinkwasserknappheit - nur 40 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu fließendem Wasser. Die Auswirkungen sind verheerend: wasserbedingte Krankheiten wie Cholera, Ruhr und Typhus sind weit verbreitet. In den Slums fehlt es darüber hinaus an sanitären Einrichtungen, einer Müllentsorgung, öffentlichen Verkehrsmitteln und medizinischer Versorgung.

Viele Menschen in Kisumu leiden an HIV/AIDS – mit schätzungsweise 24 Prozent hat Kisumu die höchste HIV-Prävalenzrate in ganz Kenia zu verzeichnen. Folglich ist auch die Zahl der Waisenkinder sehr hoch. Wenn die Eltern jung sterben, muss meist das älteste Kind den Haushalt weiterführen. Diese Kinder versuchen alles Menschenmögliche, um Essen auf den Tisch zu bringen, müssen daher meist die Schule abbrechen und stattdessen arbeiten und Geld verdienen. Kinder und junge Menschen wissen nur selten um ihre Rechte und bekommen keine ausreichende Unterstützung.

Unsere Arbeit in Kisumu


Schwestern helfen sich gegenseitig (Foto: M. Peru).
as SOS-Kinderdorf Kisumu wurde 2010 eröffnet. Unser Sozialzentrum leitet ein Familienstärkungsprogramm, um die Not der Gemeinde zu lindern, Familien vor Zerrüttung und Kinder vor dem Verlust der elterlichen Fürsorge zu bewahren. Das Sozialzentrum versorgt Familien mit Nahrung, Kleidung und Unterkunft und sorgt dafür, dass ihre Kinder zur Schule gehen und dem Unterricht folgen können. Darüber hinaus bietet das Zentrum eine medizinische Versorgung, Beratungen und psychologischen Beistand sowie Betreuung und Unterstützung. Viele dieser Familien sind von HIV / AIDS betroffen.

Darüber hinaus bieten wir auch eine medizinische Grundversorgung. Dazu zählt auch eine HIV/AIDS-Klinik, in der freiwillige Beratungen, Tests und antiretrovirale Therapien angeboten werden. Wir haben eine Mutter-Kind-Klinik, die auch Impfkampagnen durchgeführt. Im Jahr 2014 hat SOS-Kinderdorf, zum Beispiel, mit der Regierung zusammengearbeitet; wir sind in den Gemeinden gegangen, um die Familien in Bezug auf Gesundheitsmaßnamen zu sensibilisieren und haben die Kinder gegen Polio geimpft.

Bis zu 150 Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in 11 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder aus dem Kinderdorf besuchen gemeinsam mit den Kindern aus der Gemeinde den SOS-Kindergarten. Dadurch können sie Freundschaften schließen und sind schon früh in ihre Umgebung integriert. Im Kindergarten es gibt ein Klassenzimmer für Kinder mit speziellem Förderbedarf, die nach der Montessori-Methode unterrichtet werden.


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